• Ein weißer Filmemacher hält am Straßenrand im US-Bundesstaat Arkansas ein Schild mit dem Schriftzug „Black Lives Matter“ (dt. „Schwarze Leben zählen“) hoch. Die Reaktionen darauf sind unfassbar: Der Mann wird von vorbeifahrenden Autofahrern aufs Übelste bepöbelt und ...

In den USA: Das passiert, wenn ein Weißer ein „Black Lives Matter“-Schild hochhält

Harrison –

Ein weißer Filmemacher hält am Straßenrand im US-Bundesstaat Arkansas ein Schild mit dem Schriftzug „Black Lives Matter“ (dt. „Schwarze Leben zählen“) hoch. Die Reaktionen darauf sind unfassbar: Der Mann wird von vorbeifahrenden Autofahrern aufs Übelste bepöbelt und beleidigt. 

Eigentlich sollte man meinen, dass der Satz, der für eine ganze Bewegung steht und die Gleichheit aller Menschen betont, hauptsächlich auf Zustimmung treffen sollte.

Doch dass dem nicht so ist – und es offenbar noch viele Menschen gibt, die nicht der Meinung sind, dass schwarze Menschen gleich viel wert sind wie Weiße – zeigt ein Video des Filmemachers Rob Bliss, das derzeit viral geht. Auf Twitter und YouTube wurde es bereits über drei Millionen Mal angeschaut. 

Kommentar von Autofahrer: „Bist du Marxist?“

In dem Clip hat er die Reaktionen von vorbeifahrenden Autofahrern gefilmt, während er mit dem selbstgebastelten Schild am Straßenrand einer Hauptstraße in der Stadt in Arkansas steht. Bliss wird von den Autofahrern aufs Übelste beschimpft. Ob „Arschloch“, „Idiot“ oder „einheimischer Terrorist“: Ihm fliegt so einiges um die Ohren.

Eine Frau fragt ihn: „Was ist mit weißen Leben? Wir zählen auch“. Ein weiterer Kommentar: „Bist du ein Marxist?“ 

„Black Lives Matter“-Schild sorgt für verstörende Reaktionen

Viele Vorbeikommende machen außerdem bedrohliche Gesten aus den Fenstern heraus. Und einige machen aus ihrer rassistischen gesinnung  keinen Hehl: Ein Autofahrer etwa schreit: „Dann erklär mir doch mal, warum das Leben eines Coons zählt!“ Das englische Slangwort „Coon“ (Abkürzung für „Waschbär“) wird in den USA oft abwertend für Schwarze verwendet. Ein anderer ruft: „Scheiß auf schwarze Leben!“

Doch am Ende des mehrteiligen Clips gibt es nach all der Wut auch etwas Hoffnung: Eine Frau gibt dem Filmemacher einen Zettel in die Hand auf dem steht: „Ignoriere die Hasser, du bist friedlich. Was du tust, ist gut. Nur eine freundliche Erinnerung. Gib die Hoffnung nicht auf.“

USA: Stadt Harrison gibt Erklärung ab

Gegenüber „CNN“ sagte Bliss zu seiner Aktion: „Ich denke, es ist wichtig, da ich Privilegien habe. Ich habe die Verantwortung, sie zu nutzen und auch andere Menschen zu fördern.“ 

Den Ort dürfte der Filmemacher nicht zufällig gewählt haben: Laut Bliss ist Harrison „Amerikas rassistischste Stadt“, der Ku-Klux-Klan soll dort sein Hauptquartier haben. Bereits in der Vergangenheit gab es  rassistische Ausschreitungen.

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Der Clip zog mittlerweile derart weite Kreise, dass nun sogar die Stadt sich dazu geäußert hat:  In einem online veröffentlichten Statement, unter anderem im Namen des Bürgermeisters, heißt es: „Das Video repräsentiert nicht Boone County oder die Stadt Harrison. Wir können das tadelnswerte Verhalten und Wörter von Einzelnen, die auf dem Video zu sehen sind, nicht entschuldigen. Aber wir wissen, dass sie nicht die Sichtweisen oder Mehrheit der guten Menschen unserer Gemeinschaft wiederspiegelt.“ (alp)

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