Eine Blutprobe für eine Coronavirus-Antikörper-Studie. (Symbolbild)
  • Eine Blutprobe für eine Coronavirus-Antikörper-Studie. (Symbolbild)
  • Foto: dpa/dpa-Zentralbild

Immunität nach Corona-Infektion?: Neue Studie dämpft Hoffnungen

Bonn –

Trotz überstandener Corona-Infektion keine Immunität? Laut einer Studie verschwinden die Antikörper gegen Sars-CoV-2 schneller wieder aus dem Blut, als man erwartet hatte. Das ist beunruhigend – und zerstört Hoffnungen.

Im Rahmen der Rheinland-Studie untersuchte ein Team um Professorin Monique Breteler vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) im Zeitraum zwischen dem 24. April und dem 30. Juni 2020 das Blut von etwa 5100 Erwachsenen auf Antikörper gegen Sars-CoV-2. Mit einem sogenannten ELISA-Test wurden bei 46 Teilnehmern IgG-Antikörper nachgewiesen – sogenannte Immunglobuli, die gegen Bakterien und Viren wirken.

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Monique Breteler, Leiterin der Studie. 

Foto:

dpa

Antikörper verschwinden nach Corona-Infektion wieder aus dem Blut 

In der zweiten Stufe führte man bei den 46 positiven Teilnehmern einen deutlich aufwendigeren, sogenannten PRNT-Test durch, mit dem man herausfinden kann, ob die nachgewiesenen Antikörper „neutralisierend“ sind, uns also auch wirklich speziell vor dem Coronavirus schützen können. Dieser Test fiel bei noch weniger Patienten positiv aus, nämlich bei 22.

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Nun wollte man überprüfen, wie lange sich die nachgewiesenen Antikörper im Blut der etwa 5100 Teilnehmer halten. Und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Im September 2020, also durchschnittlich vier Monate nach dem ersten Test waren bei allen Teilnehmern deutlich weniger Antikörper im Blut nachweisbar. Bei vier Teilnehmern war der Wert so niedrig, dass er laut Professorin Breteler nicht mehr vor Infektionen schützt.

Keine Immunität nach überstandener Corona-Infektion?

Fazit: Insbesondere Infizierte mit leichten oder gar keinen COVID-19-Symptomen sind nach ihrer Infektion nicht lange durch Antikörper gegen Corona geschützt – die Immunität ist begrenzt. Einzige Hoffnung: Laut dem „Ärzteblatt“ können nicht nur Antikörper, sondern auch sogenannte T-Zellen, die für die Immunabwehr verantwortlich sind, vor einer erneuten Infektion schützen.

„Das Immunsystem hat (…) weitere Instrumente, um Krankheitserreger abzuwehren. Antikörper sind zweifelslos bedeutsam, aber nur Teil eines größeren Arsenals“, erklärt Dr. Ahmad Aziz, DZNE-Wissenschaftler und Erstautor der aktuellen Veröffentlichung der Rheinland-Studie.

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Dennoch werfen Studienergebnisse wie diese die Frage auf, ob man sich darauf verlassen kann, dass ehemals Infizierte ein ebenso geringes Ansteckungsrisiko darstellen wie Geimpfte. (prei)

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