So sieht er aus, der Embryo aus Mensch und Affe. Das Ergebnis der Studie eröffnet weitere Möglichkeiten in der Chimären-Forschung. 
  • So sieht er aus, der Embryo aus Mensch und Affe. Das Ergebnis der Studie eröffnet weitere Möglichkeiten in der Chimären-Forschung. 
  • Foto: dpa/Kunming University of Science and Technology

Gruselig: Forscher erschaffen Mischwesen aus Mensch und Affen

La Jolla –

Menschen-Hunde, Menschen-Schweine – Menschen-Affen? Was klingt wie in einem Science-Fiction-Film, könnte bald Realität werden. Ein Forscherteam hat menschliche Stammzellen in Affen-Embryonen gespritzt und so winzige Mischwesen erschaffen. Ein Durchbruch, der ethische Fragen aufwirft.

Das internationale Team aus Wissenschaftlern um den spanischen Biochemiker Juan Carlos Izpisua Belmonte vom Salk Institute for Biological Studies in La Jolla (Kalifornien) hat gerade die Ergebnisse seiner Forschungen an Menschen-Affen-Chimären im Fachmagazin „Cell“ präsentiert.

Mensch-Affen-Mischwesen: Was ist das Ziel solcher Versuche?

Sie hatten jeweils 25 menschliche Stammzellen, die das Potenzial haben, sich in fast alle unterschiedlichen Zelltypen zu entwickeln, in sechs Tage alte Affen-Embryonen injiziert. Mit Erfolg: Zunächst wuchsen alle 132 dieser Embryonen, nach zehn Tagen waren es noch 103. Am Ende der Studie, am Tag 19 nach der Befruchtung, lebten immerhin noch drei Embryonen mit einem Zellgemisch von Affe und Mensch. Ausgereifte Lebewesen entstanden bei dem Versuch nicht.

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Doch das langfristige Ziel solcher Studien ist es auch nicht, gruselige Mischwesen zu erschaffen. Stattdessen will man es möglich machen, menschliche Organe und Gewebe in Tieren zu züchten, um damit etwa dem Mangel an Spenderorganen zu begegnen.

Mischembryonen aus Schwein und Mensch gab es bereits

Die Wissenschaftler bauten mit ihrer Studie auf früheren Untersuchungen auf, bei denen sie Mischembryonen aus Zellen von Mensch und Schwein erzeugt hatten. Dabei waren nur sehr wenige menschliche Zellen in das Gewebe der Schweine integriert, vermutlich aufgrund der großen evolutionären Distanz zwischen den beiden Arten zurück. Mit den Javaneraffen (Macaca fascicularis), wählten die Forscher nun einen näheren Verwandten und erzielten tatsächlich bessere Ergebnisse.

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Als Organlieferanten sollen die Mensch-Affen-Chimären nicht dienen. Die Forscher wollen mit ihren Experimenten vor allem Grenzen und Möglichkeiten der Technik ausloten und frühe Entwicklungsvorgänge im Embryo untersuchen. Für medizinische Anwendungen wie die Züchtung von Organen böte sich unter anderem aus wirtschaftlichen und ethischen Gründen eher die Nutzung von Schweinen an.

Studie wirft ethische Fragen auf 

Ethische Fragen werfen solche Versuche in jedem Fall auf. Das schreiben auch Henry Greely von der Stanford University und Nita Farahany von der Duke University in einem in „Cell“ veröffentlichtem Kommentar zu der Studie. Schließlich könnten sich die menschlichen Zellen im sich entwickelnden Embryo ausbreiten und sich zu unterschiedlichen Zelltypen entwickeln. Aspekte etwa des Tierschutzes oder dem Umgang mit menschlichen Spenderzellen seien deshalb kritisch zu prüfen.

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Zudem eröffnet der Erfolg vielleicht die Möglichkeit, die Affen-Menschen-Chimären in menschliche oder tierische Leihmütter einzupflanzen und so eigenständige Lebewesen zu erzeugen. Laut der „Süddeutschen Zeitung“ hat Juan Carlos Izpisua Belmonte so etwas nicht vor. Er erklärte, es sei die „Verantwortung als Wissenschaftler, unsere Forschung gut zu durchdenken und allen ethischen, rechtlichen und sozialen Richtlinien zu folgen. Mit seinen Experimenten wolle er die Embryonalforschung besser verstehen und vielleicht irgendwann menschliche Organe und Gewebe für Kranke in Schweinen zu züchten. 

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