Rollstuhlfahrer Julian Wendel vor einer der Rampen aus Legosteinen.
  • Rollstuhlfahrer Julian Wendel vor einer der Rampen aus Legosteinen.
  • Foto: dpa

Geniale Idee: Rampen aus Legosteinen werden zum Hit für Rollstuhlfahrer

Würzburg –

Kleine Rampe – große Wirkung: Bunte Legosteine helfen Rollstuhlfahrern in der bayerischen Stadt Würzburg, Barrieren im Alltag zu überwinden.

„Stufen, Bordsteine und Kopfsteinpflaster sind eine tägliche Hürde“, sagte Julian Wendel vom Verein „Selbstbestimmt Leben Würzburg“ (WüSL). Was Wendel meint: Wo Menschen ohne Behinderungen gar kein Problem sehen, stoßen zum Beispiel Rollstuhlfahrer wortwörtlich an Grenzen.

Rampen aus Lego-Steinen: Jede ist ein Unikat

Sein Verein setzt sich daher für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung ein: Ehrenamtliche bauten zum Beispiel in der Würzburger Innenstadt Lego-Rampen für die Eingänge von Cafés oder Läden – damit auch Rollifahrer diese besuchen können.

Die Idee wird bereits in mehreren Regionen in Deutschland umgesetzt, etwa in Köln, Essen, Hanau, Bielefeld, Donauwörth, Würzburg und der Eifel. In mühevoller Kleinarbeit werden teilweise über tausend Steine aneinandergesetzt und verklebt – jede Rampe ist ein Unikat in Maßanfertigung.

Rita Ebel aus dem hessischen Hanau gilt als eine der Ersten in Deutschland, die den Bau der Lego-Rampen vorangebracht hat. In sozialen Medien ist sie mittlerweile bekannt als „Lego-Oma“.

Rampen sollen Bewusstsein für Alltagsprobleme für Menschen mit Behinderung schaffen

„Ich möchte Denkanstöße für eine behinderten-freundlichere Gesellschaft geben und den Impuls vermitteln, wie man selbst aktiv werden und etwas verbessern kann“, sagt Ebel. Wegen des großen Interesses aus dem In- und Ausland hat sie Bauanleitungen entworfen – auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch.

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Ebel und ihre Mitstreiter hoffen, dass die Legosteine mehr Bewusstsein schaffen für die Alltagsprobleme von Menschen mit Behinderung. Gleichzeitig ermöglichen die bunten Rampen allen Menschen Teilhabe am alltäglichen Leben. So geht Inklusion! (mik/dpa)        

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