Jan Josef Liefers will Schicht auf Intensivstation oder im Rettungsdienst mitmachen.
  • Jan Josef Liefers will Schicht auf Intensivstation oder im Rettungsdienst mitmachen.
  • Foto: imago images/Karina Hessland

Gegenaktion von Notfallmedizinerin: Jan Josef Liefers meldet sich zur Corona-Schicht

Berlin –

Nach heftiger Kritik an der Aktion #allesdichtmachen will Schauspieler Jan Josef Liefers nun bei der Gegenaktion #allemalneschichtmachen mitmachen. Er habe sich bereits angemeldet.

Jan Josef Liefers (56) hatte sich mit einem Video an der Aktion beteiligt, bei der Dutzende Schauspielerinnen und Schauspieler mit ironisch-satirischen Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentierten. Die Notfall-Medizinerin Carola Holzner („Doc Caro“) forderte daraufhin unter #allemalneschichtmachen die Beteiligten auf, für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten.

Liefers will Schicht im Rettungsdienst oder auf Intensiv mitmachen

Liefers verkündete seine Schicht-Anmeldung im Streitgespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Spahn sagte der Zeitung über #allesdichtmachen: „Ich finde die Kritik in den Clips teilweise geschmacklos und häufig zu undifferenziert.“ Etwas anderes lasse „der Kunstansatz wohl aber auch nicht zu“. Der CDU-Politiker hatte kurz nach Erscheinen an der Kampagne beteiligte Künstler zu einem Dialog eingeladen.

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„Es ist ja nicht so, dass ich alles, was wir machen, für perfekt halte“, so Spahn im „Die Zeit“-Interview weiter. „Was mich allerdings wirklich stört, ist die vielfach behauptete These, wir hätten in unserem Land gleichgeschaltete Medien, die nur die Regierung beklatschen.“

Liefers kritisiert Menge an Corona-Berichterstattung

Liefers erwiderte: „Natürlich sind die Videos in ihrer Verkürzung undifferenziert. Und damit natürlich auch zum Teil ungerecht. Das ist aber in diesen kurzen Clips und auf der Ebene von Satire gar nicht anders möglich.“

Ihm gehe es nicht um Kritik an einzelnen Medien, sondern um die Menge der Berichterstattung: „Ich bin abends ins Bett gegangen mit diesen News und morgens damit aufgewacht. Kurz vor Weihnachten habe ich die Reißleine gezogen und alles abbestellt, einfach nichts mehr angeguckt oder gelesen. Und schon ging es mir besser.“

In der DDR, wo der Dresdner aufwuchs, wäre er für ein solches Video „wahrscheinlich in den Knast gekommen. Aber auch das, was wir hier erleben, ist nicht schön“, sagte Liefers. „Heute erklärt nicht mehr der gute alte Klassenkampf die Welt – sondern heute gibt es einen Bubble-Kampf, zwischen Angehörigen verschiedener Meinungsblasen.“ (dpa)

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