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  • Foto: imago/Alberto Cattaneo/Fotogramma

„Fall Maddie“: Darum bleibt der Tatverdächtige Christian B. in Haft

Karlsruhe –

Christian B., Mordverdächtige im „Fall Maddie“, bleibt noch für längere Zeit im Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf seine Revision gegen ein Ende 2019 ergangenes Urteil wegen der Vergewaltigung einer US-Amerikanerin, wie am Freitag mitgeteilt wurde. Damit kommt der Mann, der derzeit die letzten Wochen einer anderen Haftstrafe verbüßt, in naher Zukunft nicht frei.

B. soll im Jahr 2005 – rund anderthalb Jahre vor dem Verschwinden der Britin Madeleine McCann – im portugiesischen Praia da Luz eine 72-Jährige vergewaltigt haben. Gegen das Braunschweiger Urteil vom Dezember 2019 zu sieben Jahren Haft hatte der 43-Jährige Revision eingelegt. 

Christian B. sitzt nun in JVA Lübeck – wegen Drogenhandels

Vor wenigen Tagen geriet ein Gerichtstermin im Landgericht Braunschweig mit B. außer Kontrolle. Es soll eine Auseinandersetzung mit Justizbeamten gegeben haben und der 43-Jährige habe sich beim Anlegen von Fußfesseln Verletzungen an den Rippen zugezogen. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Justizministeriums kehrte der 43-Jährige am Montag nicht nach Kiel zurück.

Dort sitzt er eigentlich gerade wegen Drogenhandels ein. Er wurde stattdessen in die Justizvollzugsanstalt Lübeck gebracht, „weil er in Braunschweig gegen Corona-Auflagen verstoßen hat“, sagte ein Ministeriumssprecher. In Lübeck gebe es Quarantäne-Haftplätze.

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Im Fokus steht der mehrfach vorbestrafte Sexualstraftäter seitdem das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Juni mitteilten, dass sie im Fall der vermissten Britin Madeleine McCann gegen ihn wegen Mordverdachts ermitteln.

Das Mädchen war vor mehr als 13 Jahren kurz vor seinem vierten Geburtstag in einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. Die deutschen Ermittler gehen davon aus, dass das Kind tot ist. (alp/dpa)

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