Der Synchronsprecher Thomas (Tommi) Piper
  • Der Synchronsprecher Thomas (Tommi) Piper
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Er hat Außerirdischen zum Leben erweckt: Sprecher von Kultfigur „Alf“ wird 80 Jahre alt

München –

Von „Alf“ über die Krautrocker „Amon Düül II“ bis hin zum „Dschungelcamp“: Tommi Piper hat, wie er selbst sagt, „nichts ausgelassen.“ Nun wird der ewig-junge Schauspieler, Synchronsprecher und Musiker 80 Jahre alt.

Es gibt Menschen, die altern einfach nicht. Zu dieser Spezies gehört auch Tommi Piper. Der kreative Allrounder und gebürtige Berliner feiert in seiner bayerischen Wahlheimat Oberschleißheim bei München am 19. März seinen 80. Geburtstag. Fast unglaublich, denn seinen unbekümmerten Lausbuben-Charme hat der Schauspieler, Synchron-Sprechstar („Alf“) und Musiker längst nicht verloren.

Alf-Stimme wird 80 Jahre alt

„Okay, ich bin jetzt auf den letzten 100 Metern“, lässt er vergnügt verlauten, „es zwickt schon mal hier und da. Aber ich bin total dankbar, dass ich bisher ein Leben ohne größere Krankheiten leben durfte.“ Damit das auch weiterhin so bleibt, gehe er zwei Mal am Tag eine mehrere Kilometer große Runde mit seinem „Rennhund“. Vor allem aber sorge er dafür, dass der Spaß in seinem Leben nicht zu kurz kommt. Beispielsweise durch regelmäßiges Segeln und tägliches Gitarre- und Banjo-Spielen.

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Zeit dafür hat er genügend. Leider, muss er sagen. Denn eigentlich würde Tommi Piper immer noch gerne seiner beruflichen Tätigkeit als Schauspieler oder Synchronsprecher nachgehen. „Ich bin fit“, sagt er, „körperlich und geistig“. Doch Aufträge seien Mangelware. Und wenn mal eine Zusage kommt, müsse man immer mit einer Absage im letzten Moment rechnen. Mehrfach habe er das in den letzten Jahren erlebt.

Piper lernte Lieder von Hans Albers

Von Verbitterung ist Piper dennoch so weit entfernt wie die TV-Figur Alf von ihrem Heimatplaneten Melmac. Dafür gibt es auch keinen Grund: Rund 150 Fernseh- und Filmproduktionen, zahlreiche Theateraufführungen und -tourneen sowie etliche Hörspiele stehen zu Buche – sowie eine Karriere als Musiker, die neben vielen Singles und Alben auch ein Engagement als Sänger bei der legendären Krautrock-Gruppe Amon Düül II aufweist.

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg zog es Familie Piper mal ins niederbayerische Straubing, mal nach München, dann nach Hamburg. Dort bekam er auch erste Schauspielengagements – was dem nimmermüden Kreativling aber nicht reichte: Er machte Musik, lernte die Lieder von Hans Albers und entwickelte eine Leidenschaft für New Orleans-Jazz.

Sprecher für Little Joe aus Western-Kultserie „Bonanza“

In seiner ersten großen Synchronrolle hat er seine Stimme Little Joe geliehen, einer Figur aus der Western-Kultserie „Bonanza“. Viele Hunderte Male gab er die deutsche Version des jüngsten Cartwright-Sprosses. In den folgenden Jahren lieh Piper verschiedenen Hollywood-Stars seine markante, stets leicht angeraute Stimme, darunter: Harvey Fierstein, Nick Nolte, Tony Danza und dem jungen Jeff Bridges.

Zu Ruhm und Ehre kam der angehende Jubilar aber nicht durch die Synchronisation eines Menschen aus Fleisch und Blut – sondern durch seine Sprecherrolle für eine Puppe: Für die 102-teilige amerikanische Sitcom „Alf“. Der putzige Außerirdische mit der rüsselartigen Nase entwickelte sich in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre zum Quotenhit, nicht zuletzt wegen der launigen Synchronisation Pipers.

Den 80. Geburtstag will Piper mit seiner Frau und einem Nachbarn feiern – unter Corona-Bedingungen. „Wir grillen Bratwürstchen und trinken Champagner und später hole ich mein Banjo raus. Das wird gemütlich.“ Da war es schon wieder, dieses berühmte Lausbuben-Lachen. (dpa)

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