Baumers Verlobter, der Angeklagte Christian F., schwieg zum Prozessauftakt im Landgericht Regensburg.
  • Baumers Verlobter, der Angeklagte Christian F., schwieg zum Prozessauftakt im Landgericht Regensburg.
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Er googelte „Der perfekte Mord“: Internetsuche bringt Verdächtigen vor Gericht

Regensburg –

Wird der Fall Maria Baumer acht Jahre nach ihrem Tod endlich aufgeklärt? In Bayern steht ihr Verlobter vor Gericht. Verdächtig gemacht hat er sich unter anderem mit seinen Recherchen im Internet.

Nach „der perfekte Mord“ und „Lorazepam letale Dosis“ soll der Krankenpfleger aus der Oberpfalz im Mai 2012 gegoogelt haben – kurz bevor seine Verlobte verschwand. Acht Jahre später muss sich der Mann vor dem Landgericht Regensburg wegen Mordes verantworten.

Angeklagter schwieg zum Prozessauftakt

Die Anklage ist überzeugt, dass er seine Verlobte Maria Baumer mit Medikamenten tötete, um für eine neue Beziehung frei zu sein. Zum Prozessauftakt schwieg der 35-Jährige gestern auf Anraten seines Verteidigers. Anwalt Michael Haizmann will einen Freispruch erwirken.

Aus Sicht der Ankläger fasste der 35-Jährige im Frühjahr 2012 den Plan, seine Lebensgefährtin zu töten – wohl weil er sich in eine seiner Patientinnen verliebt hatte und die Verlobung mit Baumer nicht offiziell habe lösen wollen. Über mehrere Tage hinweg recherchierte er demnach im Internet zu Tötungsmethoden, unter anderem suchte er nach „Lorazepam letale Dosis“, „tödliche Dosis Insulin“ und „der perfekte Mord“. Zudem kaufte er einen Spaten.

Angeklagte soll Leiche mit Chemikalien bestreut haben

In der Nacht zum 26. Mai 2012 soll er seiner 26-jährigen Verlobten dann erhebliche Mengen Medikamente verabreicht haben – vermutlich in einem Getränk. Das Beruhigungsmittel Lorazepam soll die Frau bewusstlos gemacht und das Opioid Tramadol einen Atemstillstand hervorgerufen haben.

Die tote – oder zumindest bewusstlose – Frau brachte der Angeklagte den Ermittlungen zufolge in einen Wald, wo er den Körper mit chemischen Mitteln bestreute, so dass sich Gewebeteile verseiften und verflüssigten. Dadurch habe er eine Identifizierung der Leiche sowie die Ermittlung der Todesursache verhindern wollen. Anschließend meldete er seine Verlobte als vermisst.

Mordprozess soll bis Oktober gehen

Pilzsammler fanden im Spätsommer 2013 die Leiche Baumers. Daraufhin geriet der Verlobte ins Visier der Ermittler, kam zunächst aber wieder frei. Ende 2019 wurde er erneut festgenommen. Neue technische Möglichkeiten hatten den Verdacht wieder gegen ihn gerichtet. So konnten an Kleidung und Haaren der Frau Medikamente nachgewiesen werden.

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Der Prozess ist bis Oktober terminiert. 65 Zeugen und 18 Sachverständige sollen gehört werden. (mik/dpa)

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