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„Eigentliche Hoffnung der USA“: Dafür steht die neue Vize-Präsidentin Kamala Harris

„Auch wenn ich die erste Frau in diesem Amt sein mag, werde ich nicht die letzte sein. Denn jedes kleine Mädchen, das heute Nacht zuschaut, sieht, dass dies ein Land der Möglichkeiten ist.“ Diese starken Worte bei der Siegesrede hätte es eigentlich gar nicht mehr gebraucht – allein mit ihrer Kandidatur für das Amt der Vizepräsidentin in den USA hat die 56-jährige Kamala Harris Mädchen, Frauen, Minderheiten in dem Land Mut gemacht. Denn sie wird das Amt am 20. Januar nicht nur als erste Frau, sondern auch als erste Schwarze antreten. Wer ist die Frau, die in den USA jetzt für Zukunft, Vielfalt und Gerechtigkeit steht?

Am 20. Oktober 1964 wird Kamala Harris als Tochter einer indischen Biologin und eines jamaikanischen Wirtschaftsprofessors in Oakland, Kalifornien, geboren. Beide Eltern waren als Einwanderer in ihrer jeweiligen Studienzeit in die USA gekommen. Schon in ihrer Kindergartenzeit wird Harris mit Rassismus konfrontiert: Den Nachbarskindern wird das Spielen mit ihr aufgrund ihrer Hautfarbe untersagt.

Tochter von Einwanderern: Kamala Harris schon als Kind mit Rassismus konfrontiert

Doch Kamala Harris ist ehrgeizig, studiert Politik- und Wirtschaftswissenschaften in Washington, D.C. und kehrt anschließend in die Heimat zurück, um ein rechtswissenschaftliches Studium an der University of California aufzunehmen. Nach ihrem Abschluss erhält die damals 26-Jährige ihre Zulassung als Anwältin.

Das ist der Beginn ihrer juristischen Karriere: Zunächst ist sie Anwältin in Alameda County und San Francisco, bevor sie ihre Kandidatur für das Amt der Bezirksstaatsanwältin von San Francisco ankündigt. Sie erhält den Posten im Jahr 2004 – als erste Person of Color.

Als Bezirksanwältin setzt sich Kamala Harris für eine höhere Kaution für Angeklagte bei Verbrechen mit Waffen ein und spricht sich gegen die Todesstrafe aus. Auch für Kinder und Jugendliche der LGBTQ-Community macht sie sich stark.

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Nach Wahlsieg in den USA: Dafür steht Joe Bidens Vize-Präsidentin Kamala Harris

Der nächste große Erfolg und das nächste Novum gelingt Harris im Jahr 2011: Als erste Frau und erste Person mit afroamerikanischem und indischem Hintergrund wird sie auf das Amt der Generalstaatsanwältin des Staates Kalifornien vereidigt. Sie gilt als durchsetzungsstark: In ihrer Zeit als Bezirks- und Generalstaatsanwältin steigen die Verurteilungszahlen.

Bei der juristischen Karriere sollt es für Harris nicht bleiben. 2016 wird sie für den Bundesstaat Kalifornien in den US-Senat gewählt. Von Anfang an tritt sie dort als entschiedene Trump-Gegnerin auf, stellt sich an die Spitze der Opposition gegen seine Einwanderungspolitik. Beim „Women´s March on Washington“ Anfang 2017 ist sie eine der Rednerinnen.

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Bei ihrer Siegesrede wendete sich Kamala Harris immer wieder an die amerikanischen Frauen. Ihre Vizepräsidentschaft solle zeigen, dass Mädchen in den USA vieles möglich sei. 

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Vor Vizepräsidentschaft: Kamala Harris wollte bereits US-Präsidentin werden

Und Kamala Harris will noch höher hinaus, es allen beweisen. Im Januar 2019 gibt sie ihre Kandidatur für die demokratische Nominierung zur US-Präsidentschaftswahl 2020 bekannt, die sie jedoch im Dezember aufgrund von niedrigen Umfragewerten wieder zurückzieht.

Doch es gibt auch andere Wege ins Weiße Haus: Im August 2020 erklärt Demokrat Joe Biden Kamala Harris zu seiner Vizepräsidentschaftskandidatin. Sie ist genau das Gegenteil des alten, weißen Mannes: jünger, frischer, weiblich und schwarz.

Bei ihrer Siegesrede Samstagnacht machte Kamala Harris klar: Jetzt beginnt eine neue Zeit. Sie erinnerte an die Frauen, die sich vor 100 Jahren für die Einführung des Frauenwahlrechts einsetzten. „Und jetzt haben wir eine neue Generation von Frauen, die weiterkämpfen für ihr fundamentales Recht, gehört zu werden“, verkündete die 56-Jährige und musste kurz innehalten, weil der Jubel der Zuhörer alles übertönte.

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Die Bahnbrecherin: Kamala Harris wird erste schwarze Vizepräsidentin in den USA

Harris ist für viele Amerikaner die Hoffnung auf Zukunft, Gerechtigkeit und ein vereinigtes Amerika in Person. Und vielleicht bald ein weiteres Mal „Die Erste“ – die erste schwarze Präsidentin der USA. Schließlich ist Joe Biden mit 77 Jahren nicht mehr der Jüngste. Sollte er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Amt ausscheiden, wäre Harris automatisch seine Nachfolgerin.

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