Fassungslos über so manche Nachricht: TV-Moderator Günther Jauch (64)
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Drohbriefe an Günther Jauch: Der Hass der Impfgegner, Antisemiten und „Querdenker“

Potsdam –

Seit zwei Wochen ist TV-Moderator Günther Jauch (64) an Covid-19 erkrankt und in häuslicher Quarantäne. Weil er an einer Impfkampagne der Bundesregierung teilnahm, bekommt er ohne Ende Hass-Mails von Impfgegnern und Corona-Leugnern. Einige Beispiele las er nun in einer Live-Schalte bei „Stern TV“ vor. Auch er habe die Krankheit anfangs unterschätzt. Aber sie komplett zu leugnen, wie viele es in den vorgelesenen Hass-Mails tun? „Völlig absurd“, so der Moderator.

Jauch wirkte schon angeschlagen. Aber: „Es geht mir im Prinzip ganz gut“, sagte er im Gespräch mit seinem Nachfolger bei „Stern TV“, Steffen Hallschka (49), und Hamburgs bekanntester Dragqueen Olivia Jones (51). Jedoch würde er das Virus einfach nicht los. So wie die Hass-Nachrichten, die er seit der Kampagne erhält. Und genau wie auch Schauspielerin Uschi Glas, die sich bei „Ärmel hoch“ engagierte.

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Auch Uschi Glas (77) wurde als „Mörderin“ bezeichnet. Weil sie bei der Impfkampagne mitmachte.

Foto:

picture alliance/dpa/Bundesministerium für Gesundheit

„Systemling, der sich Frau Merkel und Schergen andient“

Einer schrieb etwa, Jauch sei „freiwillig ein Systemling geworden, der sich Frau Merkel und ihren Schergen andient“. Ein anderer, der sich „der Souverän“ nennt, drohte nicht nur indirekt, sondern verglich das Mitwirken an einer Leben rettenden Impfkampagne gleich mit Menschheitsverbrechen im Dritten Reich: „Sollte es zu Tribunalen wie bei den Nürnberger Prozessen kommen, sind Sie auch mit dabei wegen Beihilfe zum Völkermord.“

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Was Jauch, der die Sache dennoch mit Humor zu nehmen versuchte, am meisten wunderte: Dass es so viele Hassmails gewesen seien. Dass die meist „in glasklarem Deutsch“ und korrekter Grammatik geschrieben seien. Und teilweise gar mit Klarnamen unterschrieben.

„Aufbau eines zionistisch geführten totalitären Systems“

Strafrechtlich relevant wurde es auch bei antisemitischen Hassbotschaften wie dieser: „Was hier stattfindet, ist Euthanasie zum Aufbau eines zionistisch geführten totalitären Systems.“ Olivia Jones empfahl Jauch, derlei Briefe lieber nicht zu lesen. Vielleicht gar kein schlechter Tipp … ​(km)

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