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Das wurde aber auch Zeit!: Zwei Frauen für Regie-Oscar nominiert – zum ersten Mal

Los Angeles –

Der kleine Kerl ist altmodisch, sexistisch, alles andere als divers und überhaupt: In seinen 93 Lebensjahren hat der Oscar sich nicht gerade durch freshe Innovationslust und Fairness hervorgetan. Und trotzdem sind Männer und Frauen gleichermaßen scharf auf den Goldjungen!

Immerhin, dieses Jahr hat er bewiesen: Er kann auch anders. Zum ersten Mal haben nämlich gleich zwei Frauen die Chance auf den begehrten Regie-Oscar.Das wurde aber auch Zeit! Die Oscar Academy ist in den letzten Jahren immer wieder für mangelnde Vielfalt kritisiert worden.

Oscar: Chloé Zhao als erste Nicht-Weiße für „Beste Regie“ nominiert

Nicht umwerfend überraschend, wenn man bedenkt, dass die 8500 Mitglieder, die über die Vergabe der Filmpreise entscheiden, zu  84 Prozent weiß, zu  68 Prozent männlich und im Durchschnitt jenseits der 60 sind.Nun wollten die alten weißen Männer offenbar zeigen, dass sie eben doch nicht von vorgestern sind.  Mit den Nominierungen für Regisseurin Chloé Zhao zum Beispiel. Eine Frau! Und dann auch noch aus Asien!

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Chloé Zhao ist in diesem Jahr für den Regie-Oscar nominiert.

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Die in Peking geborene Zhao ist nicht nur die erste Nicht-Weiße, die in der Sparte „Beste Regie“ nominiert wurde. Sie ist obendrein die erste Frau, die in einem Jahr gleich vier Oscar-Chancen hat: neben der besten Regie auch für den besten Schnitt, das beste adaptierte Drehbuch sowie für den besten Film. In ihrem von Kritikern gefeierten Werk  „Nomadland“ geht es um amerikanische Arbeitsnomaden – also um Einwanderer, die in den USA um Anerkennung kämpfen.

Bisher war mit solch sozialkritischen Themen in Hollywood allerdings kein Blumenstrauß und schon gar ein Oscar zu gewinnen. In Sachen Regie  ist  auch Emerald Fennell für ihr Debüt „Promising Young Women“ nominiert – und die 35-Jährige ist selbst eine wirklich vielversprechende junge Frau.

In 93 Jahren Oscar wurden nur fünf Frauen für Regie nominiert

Die Britin ist nicht nur Schauspielerin und Produzentin, sondern auch Drehbuchautorin, Regisseurin und obendrein noch Mutter. Dass Lina Wertmüller das noch erleben darf! Die Italienerin war 1977 die erste Frau, die für einen Oscar überhaupt nominiert wurde! Ihr Film „Sieben Schönheiten“ gewann allerdings nicht. Die heute 92-Jährige bekam im Jahr 2019 den Ehren-Oscar. 42 Jahre später und lange nach ihrem filmischen Schaffen – aber immerhin.

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Insgesamt wurden in 93 Jahren Oscar nur fünf Regie-Frauen überhaupt nominiert. Wie viele gewonnen haben? Genau eine: Kathryn Bigelow. Die Amerikanerin ist tatsächlich die einzige Frau, die jemals mit dem Regie-Oscar geehrt wurde – 2010 für das Kriegsdrama „The Hurt Locker“.  Diese Quote könnte am 25. April um 100 Prozent steigen – wenn bei der Oscar-Verleihung eine Regisseurin gewinnt …

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