• Schauspielerin Sean Young hat nie ein Blatt vor den Mund genommen.
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„Blade Runner“-Star: „In Hollywood geht es nur ums Flachlegen“

Los Angeles –

Die Filmindustrie wird kontrolliert von einer Horde machtberauschter Macker mit obsessivem Paarungs- und Dominanzverhalten – so kann man zusammenfassen, was „Blade Runner“-Star Sean Young über Hollywoods Herrenriege sagt.

Als sie 1983 an der Seite von Harrison Ford als schöne Replikantin XYY berühmt wurde, stand ihr theoretisch eine fabelhafte Filmkarriere offen. Theoretisch. Praktisch bekam Sean Young diverse Rollen nicht, weil sie schon knapp 25 Jahre vor „MeToo“ keinen Bock hatte, bei Machogehabe die Klappe zu halten. 

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Sean Young 1983 mit Harrison Ford in „Blade Runner“.

Foto:

IMAGO

„Ich habe erst später verstanden, dass mein ehrliches Wesen von einigen als beleidigend angesehen wurde. Das war nicht meine Absicht. Erst später habe ich dann gewollt attackiert, weil ich angepisst war, auf der schwarzen Liste gelandet zu sein“, erzählte sie jetzt dem Portal „The Daily Beast“. „Es ist die ganze Filmbranche, die Frauen immer nur als Handelsware angesehen hat.“

„Blade Runner“-Regisseur Scott rächte sich an Darstellerin

Die 61-Jährige hat sich ihre gnadenlose Direktheit bewahrt – und nennt im Interview auch Namen: Ridley Scott, Regisseur von „Blade Runner“, zum Beispiel. Während des Drehs ignorierte sie seine Avancen – woraufhin er sich rächte, indem er die Liebesszene mit Harrison Ford für sie „unglaublich aggressiv und unangenehm“ inszenierte: „Es war Ridleys Art, mir ‚Fuck you‘ zu sagen. Er hat mich auch nie wieder angeheuert“, so Sean Young.

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Auch Regie-Dino Oliver Stone ist laut Young ein „echter Bastard“: Der „Platoon“-Macher kürzte ihre Rolle in „Wall Street“ enorm ein, „weil ich mich für Daryl Hannah eingesetzt habe. Die hat sich nämlich in einem Kleid, das sie tragen sollte, sehr unwohl gefühlt. Als ich Oliver darauf ansprach, schickte er mich weg.“ Später erfuhr sie, dass viele ihrer Szenen gestrichen worden waren.  Steven Spielberg habe sie nicht betatscht und bedrängt – aber er besetzte sie nicht für „Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes“. Was natürlich sein gutes Recht ist. Young: „Ich habe Steven darauf bei einer Silvesterparty angesprochen und er fühlte sich direkt angegriffen. Er ist ja so was von sensibel.“

Harvey Weinstein entblößte sich vor Sean Young

Sensibel – so würde man den mittlerweile inhaftierten Grabbel-Giganten Harvey Weinstein nicht beschreiben. Der Produzent entblößte sich 1992 am Set von „Das gnadenlose Auge“ vor Sean Young.  Die reagierte cool: „Ich würde das Teil nicht auspacken, es ist echt nicht schön. Steck das kleine Ding wieder ein“, habe sie ihm erklärt. „Und weil ich ‚Nein‘ sagte, war  mein Image ruiniert …“

Youngs knallhartes Fazit über die maskulinen Film-Herrscher: „Ihr einziges Ziel ist: ‚Werde so mächtig, wie es nur geht, damit du Frauen flachlegen kannst.‘ Mehr steckt nicht dahinter.“ 

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