• Foto: ZDF-Mediathek/ Screenshot

„Bin emotional überfordert“: So schockte eine Rassistin Markus Lanz

Hamburg –

ZDF-Talker Markus Lanz hat ein besonderes Talent, Dinge aus seinen Gesprächspartnern heraus zu kitzeln. Was sein Gast Tina Chittom (51) am späten Mittwochabend in seiner Sendung vom Stapel ließ, überforderte aber auch den erfahrenen Lanz emotional sichtlich. Eigentlich hatte er schlicht einer Trump-Anhängerin Raum geben wollen, ihre Sicht der Dinge zu erläutern. Doch dann kamen die hart rassistischen Äußerungen von Tina Chittom …

Markus Lanz hat sich zu einem der renommiertesten Late-Night-Talker im deutschen Fernsehen gemausert. Zwei Gründe dürften dafür ausschlaggebend sein: Zum einen seine Fragetechnik. Schmeicheln und nachhaken konnte er schon immer. Mittlerweile schafft er diese spezielle Mischung aber auch, ohne penetrant zu nerven und schmierig zu wirken.

Lanz‘ Motto: „Agree to disagree“ – hier überreizt

Zum anderen hat er seit einiger Zeit ein Mantra, das vielleicht manchmal fehlt im öffentlichen Diskurs: Er will unterschiedlichste Positionen beleuchten. Und selbst wenn er sich mit den Beteiligten oder die sich untereinander mal nicht einigen können, verfährt er gerne nach dem englischen Spruch: „Agree to disagree“. Also: Wir werden uns zwar nicht einig, tolerieren aber die Meinung des anderen.

Blanker Rassismus der Trump-Anhängerin

In diesem Fall ging das aber gehörig nach hinten los: Tina Chittom haute  einen absurden Klopper nach dem anderen raus. Und beeindruckte zuletzt mit blankem Rassismus, den Lanz mit den Worten quittierte: „Das überfordert mich gerade emotional“.

Die 51-jährige Übersetzerin und Republikanerin hatte gesagt, dass Schwarze zwar nur sechs Prozent der US-Bevölkerung stellten, aber für 40 Prozent der Verbrechen verantwortlich seien.

Chittom bei Lanz: „Das hat genetische Gründe“

Woran das ihrer Meinung nach liege, fragte Lanz. Schwarze Väter würden oft ihre Familien verlassen und sich nicht um die Kinder kümmern, so Chittom, die in Deutschland lebt. Das sei „deren Kultur“. Lanz wirkte schockiert, hakte nach, warum sie strukturelle Probleme der schwarzen Bevölkerung ignoriere. Chittoms Antwort: „Das hat nichts mit Rassismus zu tun. Das hat soziologische Gründe. Oder auch genetische.“ Und das müsse doch mal wissenschaftlich untersucht werden.

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Hatte man zuvor vielleicht noch lachen können über Chittoms absurde Äußerungen (200.000 Corona-Tote? „Die wissenschaftlichen Menschen tun so, als ob es die Pest wäre, das ist für mich eine religiös-kulturelle Frage“), so wurde spätestens jetzt deutlich: Rassisten einzuladen, da ist dann die Grenze des „Agree to disagree“ erreicht.

Fanden im übrigen auch die meisten Twitter-User, die sich mit der Sendung beschäftigten. (km)

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