Bodo Ramelow (Linke) nutzt die Bund-Länder-Konferenz für einen besonderen Tweet.
  • Bodo Ramelow (Linke) nutzt die Bund-Länder-Konferenz für einen besonderen Tweet.
  • Foto: picture alliance/dpa

Beim Corona-Gipfel: Ramelow irritiert mit Twitter-Nachricht – und erntet heftige Kritik

Erfurt –

Mit einem einzelnen „Ä“ hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) kürzlich den erfolgreichsten Tweet seines Lebens gelandet. Sein Thüringer Amtskollege Bodo Ramelow (Linke) sah darin wohl einen Wettbewerb und legte während des Corona-Gipfels nach. Das kam nicht bei allen gut an.

Während des Corona-Gipfels (alle Beschlüsse hier), postete Ramelow ein langgezogenes „Ä“ auf Twitter – er nutzte für den Umlaut 279 der 280 möglichen Zeichen eines Tweets.  Dem thüringischen Ministerpräsidenten bescherte das „Ä“ trotz später Stunde einen durchschlagenden Erfolg: Noch in der ersten halben Stunde knackte Ramelow die 2000-Likes-Marke. Mehr als 800 Menschen hatten ihn zu diesem Zeitpunkt bereits retweetet oder den Tweet zitiert.

Haseloff hatte das „Ä“ am Donnerstag versehentlich getwittert und damit bis zum frühen Dienstagmorgen mehr als 15.000 Likes bekommen. Das war mit Abstand der erfolgreichste Tweet des Chefs der Magdeburger Kenia-Koalition. Ramelows Like-Rekord lag in der Nacht zu Dienstag bei gut 11.200.

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Den Tweet des Linken-Politikers sahen viele User auf Twitter als Kommentar zu den Bund-Länder-Verhandlungen, die sich zu dem Zeitpunkt des Tweets schon mehr als zehn Stunden hingezogen hatten. Ein User twitterte ein Bild von Ramelows Äs und schrieb darüber: „Was nach dem letzten Level bei Candycrush passiert“. Ramelow hatte vor Wochen gesagt, dass er sich mit dem Handyspiel gelegentlich die Zeit auf den Corona-Schalten vertreibe.

Der Twitter-Übermut kommt nicht bei jedem Nutzer gut an. In etlichen Kommentaren werfen sie ihm vor, er würde den Ernst der Lage vieler Menschen in der Pandemie wohl nicht ernst nehmen. So schreibt ein User: „in der aktuellen Situation absolut respektlos“, ein anderer kommentiert: „Ich habe für solche Tweets kein Verständnis. Wir sind nicht in einer Comedyshow“.(vd/dpa)

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