Helena Zengel bei den Golden Globes.
  • Helena Zengel bei den Golden Globes.
  • Foto: dpa/magdalena hoefner photography

Auch deutscher Jungstar hoffte: Borat, Netflix und Kritik – das waren die Golden Globes

Beverly Hills/New York –

Diesmal ganz digital: In der Nacht zu Montag wurden die Golden Globes verliehen, die meist schon Hinweise auf die Oscars liefern. Zu den großen Gewinnern des Abends gehören die Filme „Nomadland“ und „Borat Subsewuent Moviefilm“. Und die Deutsche Helena Zengel?

Wie schade! Die zwölfjährige Helena Zengel ist bei der renommierten Film-Preisverleihung leer ausgegangen. Sie war in der Sparte „Beste Nebendarstellerin“ für den Western „Neues aus der Welt“ nominiert gewesen.

Die Schülerin hatte die Preisvergabe in einer Live-Schalte aus Berlin mitverfolgt. Ausgestochen wurde sie von Jodie Foster (58), die die Trophäe für ihre Nebenrolle in dem Polit-Thriller „The Mauritanian“ abräumte.

Schauspielerin Frances McDormand in einer Szene aus dem Film „Nomadland”.

Schauspielerin Frances McDormand in einer Szene aus dem Film „Nomadland”.

Foto:

dpa/Searchlight Pictures/AP

Golden Globes 2021: Das sind die Gewinner

Bestes Filmdrama wurde der Road-Movie „Nomadland“ von Chloé Zhao. Die Regisseurin holte für den Film auch die Regie-Trophäe, erst als zweite Frau in der Geschichte der 1944 erstmals vergebenen Auszeichnung. Sie erzählt in dem auf einem Sachbuch basierenden Film die Geschichte einer 60-Jährigen, die sich nach dem Tod ihres Mannes mit prekären Jobs über Wasser hält und als moderne Nomadin im Wohnwagen durch die USA zieht. 

In der Komödien-Sparte siegte die bissige Gesellschaftssatire „Borat Subsequent Moviefilm“ (dt.: Borat Anschluss Moviefilm) mit dem britischen Komiker Sacha Baron Cohen, der auch den Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie erhielt.

Sacha Baron Cohen als Borat in „Borat 2“.

Sacha Baron Cohen als Borat in „Borat 2“.

Foto:

dpa/Amazon Studios/AP

Wie schon 2006 war der Brite durch die USA gereist, kam mit Menschen ins Gespräch und verwickelte sie in mitunter komische oder auch entlarvende Situationen. Sein erster „Borat“-Auftritt hatte ihm ebenfalls die Trophäe eingebracht.

Mit seinen Serien: Netflix räumte ab

In den Serien- und Fernsehfilm-Kategorien war die britische Königshaus-Serie „The Crown“ mit vier Preisen der große Abräumer des Abends. Auszeichnungen gab es als beste Dramaserie, für Josh O’Connor als Prinz Charles in der besten männlichen Drama-TV-Rolle, für Emma Corrin als Prinzessin Diana in der gleichen weiblichen Kategorie und für Gillian Anderson, die Margaret Thatcher verkörperte und dafür den Globe für die beste TV-Nebenrolle gewann.

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Die Serie läuft beim Streaminganbieter Netflix, einem der großen Gewinner der Verleihung. Mit „Das Damengambit“ hat der Dienst auch die beste Miniserie des Jahres im Angebot. Anya Taylor-Joy spielt darin ein Schachgenie und gewann dafür den Preis als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie. In beiden Kategorien ging damit das von Maria Schrader als Regisseurin inszenierte deutsche Drama „Unorthodox“ mit Shira Haas in der Hauptrolle leer aus. Beste Comedy-Serie wurde „Schitt’s Creek“, eine warmherzige kanadische Reihe, die bereits bei den Emmys in diesem Jahr eine Rekordzahl an Auszeichnungen einfuhr.

Tränen bei der Preisannahme: Chadwick Boseman bekommt den Preis posthum

Chadwick Boseman ins einer letzten Rolle als Levee in „Ma Rainey's Black Bottom“

Chadwick Boseman ins einer letzten Rolle als Levee in „Ma Rainey’s Black Bottom“

Foto:

dpa/Netflix

Ebenfalls bei Netflix laufen „I Care a Lot“, deren Hauptdarstellerin Rosamund Pike als betrügerische Anwältin den Preis für die beste weibliche Hauptrolle in einer Komödie gewann, und „Ma Rainey’s Black Bottom“, für den Hauptdarsteller Chadwick Boseman posthum ein halbes Jahr nach seinem Krebstod im August als bester Schauspieler in einem Drama ausgezeichnet wurde. Seine Witwe Taylor Simone Ledward nahm unter Tränen den Golden Globe entgegen.

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In der Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“ gewann das hauptsächlich in koreanischer Sprache gedrehte Familiendrama „Minari“ von US-Regisseur Lee Isaac Chung, der darin seine eigenen Erfahrungen als Kind südkoreanischer Einwanderer im ländlichen US-Staat Arkansas einbringt.

Kritik an den Golden Globes: Nur weiße Juroren

In diesem Jahr hatte es für die intransparenten Mitgliedschaftskriterien Kritik an dem Verband gegeben. Außerdem seien die Juroren ausschließlich weiß, hatte die „Los Angeles Times“ im Vorfeld berichtet. 

Während der Verleihung versprachen mehrere Mitglieder der HFPA, dass künftig auch Schwarze aufgenommen würden. Bei den Oscars stimmen mehr als 9000 Filmschaffende ab. Die Academy Awards sollen am 25. April vergeben werden. (ncd/dpa)

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