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  • Foto: Laurenz Kleinheider / Unsplash

Experte: So geht man mit einer Lücke im Lebenslauf um

Lücken im Lebenslauf kommen häufiger vor als angenommen. Jedoch gibt es viele Gründe für diese Lücken. Sie entstehen, weil man für eine gewisse Zeit keine Beschäftigung hatte, sich umorientiert hat oder eine Auszeit genommen hat, etwa um sich persönlich weiterzuentwickeln. 

Damit dies aber nicht doch noch zu einem Problem wird, lautet das oberste Gebot: Ehrlichkeit. Gehe so transparent wie möglich mit Lücken in deinem Lebenslauf um. So kann der Personaler, der deine Bewerbung liest, sich ein möglichst vollständiges Bild von dir machen. Außerdem eröffnet dies deinem Gegenüber die Chance, Fragen zu stellen, mit der du die Lücke erklären kannst. Etwaige Bedenken lassen sich so oft von vornherein ausräumen. Du solltest grundsätzlich auf das Verständnis deines Gegenübers setzen – diese Person hat vielleicht selbst schon ähnliche Erfahrungen gemacht. Und bezüglich der sogenannten „Corona-Lücke“, die derzeit naturgemäß in vielen Lebensläufen vorzufinden ist, sind die meisten Personaler übrigens entspannt. Gut ist es aber dennoch, wenn du für diese Zwischenphase Weiterbildungsmaßnahmen wie etwa Online-Kurse nachweisen kannst.

Schwieriger wird es bei besonders langen Lücken ohne plausible Erklärung. Dann kommen schnell Zweifel an der Eignung oder Qualität auf. Ebenso bei häufigeren Jobwechseln oder einer Kündigung. Auch bei längeren Krankheitsphasen ist Offenheit angesagt. Zwar hat die Frage nach einer Krankheit im Bewerbungsprozess schon rein rechtlich nichts verloren. Dennoch ist es wesentlich besser, eine „Auszeit aus gesundheitlichen Gründen“ in Verbindung mit einer „vollständigen Genesung und Einsatzfähigkeit“ zu deklarieren, anstatt Fantasiegebilde zu bauen!

Kündigungen sind im Lebenslauf besonders unschön. Und sollte es sich um eine selbst verschuldete Kündigung handeln, sind Versuche zur Rechtfertigung eine ganz schlechte Idee. Erst recht, wenn sie den ehemaligen Arbeitgeber in schlechtem Licht dastehen lassen. Der zukünftige Arbeitgeber müsste ja befürchten, später selbst einmal schlecht dazustehen. Die gute Nachricht lautet aber: Heute werden Brüche und Phasen der Selbstfindung wesentlich besser angesehen, als es vielleicht noch in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. 


Der Autor

Marcus Merheim

Marcus Merheim setzt sich seit mehr als zehn Jahren mit den unterschiedlichsten Personalthemen auseinander. Als Gründer von hooman EMPLOYER MARKETING bringt er mit seinem Team Marketing- und Vertriebsaspekte in das erfolgreiche Finden & Binden von Mitarbeitenden ein. Inhaltlich liegt sein Fokus auf Recruiting und Employer Branding sowie New Work und Digitalisierung. Zu diesen Themen steht er mit Vorträgen auch regelmäßig auf Bühnen im DACH-Raum. Die Leistungen von hooman – Beratung, Strategie und Interimsmanagement – stellen dabei immer den Menschen in den Mittelpunkt. 

Weitere Informationen: https://www.hooman-em.de


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