Bundespolizei im Zug.
  • Bundespolizisten kontrollieren einen Zug. Am 5. September wurde ein 55-Jähriger aus einem Zug geholt, weil eine Mitfahrerin sexuelle Belästigung gegenüber seines Sohnes meldete. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt

Weil er mit seinem Sohn schmust: Vater im Zug festgenommen

Ein Mann knuddelt und tobt mit seinem Kind, es werden Küsse verteilt. Eine Vater-Sohn-Beziehung, die schöner kaum sein könnte. Einem 55-Jährigen aus Rostock ist dieses liebevolle Verhältnis zum Verhängnis geworden. Er wird vergangenen Sonntag von der Bundespolizei aus einem Zug geholt. Die MOPO hat mit ihm gesprochen.

Ene Slawow (55) ist mit seinem Sohn (7) im Zug nach Hamburg unterwegs, als plötzlich die Fahrt unterbrochen wird. Technische Probleme werden aus den Lautsprechern von der Bahn gemeldet. Plötzliche betreten Beamte der Bundespolizei den Wagon, in dem sich Vater und Sohn befinden. Sie bitten die zwei, mitzukommen. Der Grund: Eine Frau, die ebenfalls Fahrgast in dem Zug ist, hat die Polizei alarmiert, weil ihr das körperliche Vater-Sohn-Verhältnis komisch vorkommt.

„Die haben mich behandelt, als wäre ich Pablo Escobar“

„Die haben mich behandelt, als wäre ich Pablo Escobar“, sagt Slawow im Gespräch mit der MOPO. „Ich wusste überhaupt nicht, was die von mir wollen. Alle anderen Fahrgäste haben mich angeschaut. Einfach unangenehm“, sagt Slawow zur MOPO. „Irgendwann wurde mir dann erklärt, dass es Hinweise für sexuelle Belästigungen gegen meinen Sohn geben soll. Ich dachte, ich höre nicht richtig“, sagt er.

Ene Slawow
Ene Slawow (55) ist empört. Er könne die Vorwürfe gegen ihn nicht verstehen.

„Es gibt den Verdacht einer Straftat“, so Katja Marschall, Sprecherin des Polizeipräsidiums in Rostock. Was konkret die unbekannte Anruferin den Beamten sagte, könne die Polizei aufgrund von laufenden Ermittlungen nicht mitteilen. Slawow beteuert, es sei alles ganz normal gewesen. Er unterstellt der Anruferin, verrückt zu sein.

Im Norden: Der MOPO liegt Polizeibericht vor

Der MOPO liegt ein polizeiliches Schreiben vor. Daraus ergeht, dass der siebenjährige Sohn laut Angaben der unbekannten Zeugin sexuelle Handlungen an dem Vater vorgenommen haben soll.

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„Mein Sohn und ich haben miteinander gespielt und auch gekuschelt. Ich habe ein sehr liebevolles Verhältnis zu meinem Sohn. Es ist normal, dass wir uns umarmen und drücken“, sagt Slawow. „Das waren keinerlei sexuelle Handlungen, es war auch keine nackte Haut im Spiel“.

Vier Stunden waren Vater und Sohn in Polizeigewahrsam – bis Slawows Ex-Partnerin die Beamten davon überzeugen konnte, dass er und sein Sohn ein völlig normales Verhältnis hätten und die Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehren.


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Die Polizei hat Ermittlungen gegen den 55-Jährigen eingeleitet. „Zur Aufklärung des Anfangsverdachts wird die zuständige Dienststelle weitere Maßnahmen im Rahmen ihrer Ermittlungen einleiten bzw. durchführen“, so Marschall, Sprecherin der Polizei. Ob dem Beschuldigten tatsächlich die Tat vorgeworfen kann, wird sich im Laufe der Ermittlungen herausstellen. Vorsicht ist ja bekanntlich besser als Nachsicht.

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