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Wegen Umfrage zur Maskenpflicht: Elternbeirat erntet Hass und Drohungen

Unglaublich: Der Vorsitzende des Landeselternbeirats der Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein wollte durch eine Umfrage herausfinden, wie Eltern zur Maskenpflicht in Schulen stehen – dabei entgegnete ihm viel Hass. Die Umfrage wurde zudem sabotiert und konnte nicht ausgewertet werden. 

Wie die „Lübecker Nachrichten“ berichten, ist ein Vorstoß des Elternbeirats in Schleswig-Holstein auf wenig Gegenliebe gestoßen – und das ist noch milde ausgedrückt. Durch die stark ansteigenden Infektionszahlen denkt das Kieler Bildungsministerium aktuell über eine Verlängerung der eigentlich nur für zwei Wochen nach Schulbeginn geplanten Maskenpflicht im Unterricht nach. 

Nach Umfrage im Norden: Viel Hass im Netz

Der Vorsitzende des Landeselternbeirats der Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein, Thorsten Muschinski, wollte wissen, wie die Eltern dazu stehen. In Absprache mit dem Ministerium veröffentlichte er deshalb eine Online-Umfrage zu dem Thema. Was dann passierte, schockiert: Obwohl die Umfrage laut Muschinski völlig ergebnisoffen gewesen sei, gab es in Foren von Kritikern schnell empörte Kommentare und einen Aufruf zur Manipulation der Umfrage.

Kiel: Masken-Umfrage wegen Sabotage unbrauchbar

Am Ende führte das dazu, dass die Umfrage wertlos war, weil viele laut Informationen der Zeitung mehrmals daran teilnahmen. „Die Umfrage ist nicht auswertbar“, bedauerte Muschinski in den „Lübecker Nachrichten“ den Ausgang des Versuchs. „Insgesamt gab es rund 8000 Teilnehmer.“ Aufgrund der Menge der Daten sei nicht mehr nachvollziehbar, wer wie oft gestimmt habe.

Schleswig-Holstein: Elternbeirats-Vorsitzender nachts am Telefon bedroht

Doch es wurde noch schlimmer für den Ehrenamtlichen: Dem Familienvater und Initiator der Umfrage wehten Beleidigungen und massive Drohungen entgegen: „Entweder du beendest das sofort, oder wir werden dich endgültig fertig machen“, habe ein nächtlicher Anrufer zu ihm am Telefon gesagt. Laut der Zeitung soll es auch in sozialen Medien und per E-Mail Hass-Attacken gegenüber Muschinski gegeben haben – alles nur wegen einer Umfrage zur Maskenpflicht.

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Durch die Vorkommnisse habe seine Familie ihm vom Ehrenamt abgeraten. Doch am Ende entschloss er sich, weiterzumachen. „Jetzt erst recht“, sagte Muschinski, der sich nicht unterkriegen lassen will. Unterstützung bekommt der dabei unter anderem vom Landesvorsitzenden des Gemeinschaftsschulverbandes, Dieter Zielinski: „Dieses schäbige Verhalten ist kriminell und demokratiefeindlich.“ (maw)

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