Zerstörter Lkw in Langenhagen
  • Der Lkw krachte in die Seite des Busses, der Laster-Fahrer wurde dabei schwer verletzt.
  • Foto: imago images/Bernd Günther

Tödlicher Lkw-Crash: Busfahrer missachtete offenbar Vorfahrt

Verkehrstragödie im Norden: Auf einer Ampelkreuzung in Langenhagen bei Hannover ist ein Lkw am Montag in die Seite eines Linienbusses geprallt. Eine Frau kam ums Leben. Es gibt viele Verletzte, darunter auch Kinder. Missachtete der Busfahrer die Vorfahrt?

Der Unfall ereignete sich am Montagabend gegen 18.20 Uhr an einer Ampelkreuzung in Langenhagen bei Hannover. Ein Lkw stieß in die Seite eines Linienbusses. Wie die Polizei mitteilte, ist dabei eine 29 Jahre alte Frau tödlich verletzt worden. Die Frau habe im Bus gestanden und sei beim Aufprall durch ein Seitenfenster aus dem Bus herausgeschleudert worden. Obwohl Ersthelfer und Rettungskräfte sofort versuchten, die Frau aus Garbsen wiederzubeleben, sei sie noch am Unfallort ihren Verletzungen erlegen.

Die zerstörte Außenseite des Busses. Eine Fahrgästin wurde bei dem Crash tödlich verletzt.

Bei Hannover: Lkw prallt in Bus – auch Kinder unter den Verletzten

Von den insgesamt 15 Fahrgästen der Linie 480 seien zudem 13 verletzt worden, drei von ihnen schwer. Ein Vierjähriger musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Der 46 Jahre alte Fahrer der Sattelzugmaschine wurde außerdem schwer, der 45-jährige Busfahrer leicht verletzt. Zuvor war von 19 Verletzten ausgegangen worden.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge war die Ampelanlage an der Kreuzung zum Unfallzeitpunkt ausgeschaltet. Dies hätten Zeugenaussagen und die Auswertung technischer Aufzeichnungen ergeben. Daher hätte der Busfahrer dem Sattelzug, der sich auf der Hauptstraße befand, Vorfahrt gewähren müssen, erklärte die Polizei. 

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen den Busfahrer

Gegen den 45-jährigen Busfahrer werde deshalb wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. „Wir wollen beide Fahrer so schnell wie möglich befragen“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen.

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Zerstörter Bus Front-Ansicht
Bei dem Busunfall in Langenhagen starb eine 29-Jährige, 15 weitere Personen wurden verletzt.

Die Kreuzung nördlich von Hannover wurde für die Rettung der Fahrgäste und die Unfallaufnahme weiträumig gesperrt. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Der Verkehrsunfalldienst sicherte Unfallspuren und fertigte zur Rekonstruktion eine detaillierte Übersicht des Einsatzortes mittels eines 3D-Scanverfahrens an. Die Arbeiten dauerten bis in den späten Abend.

„Ein schwarzer Tag für den Nahverkehr in Hannover“

Hannovers Verkehrsbetriebe Üstra reagierten schockiert und bestürzt. „Es ist ein schwarzer Tag für den Nahverkehr in Hannover“, sagte Üstra-Sprecher Udo Iwannek am Dienstag. Er habe in den vergangenen Jahren keinen solch schweren Unfall im Nahverkehr in Hannover erlebt. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Getöteten und bei den Verletzten.“ (dpa/mp)

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