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Trotz Klimaprotesten: Kreuzfahrtboom geht weiter – neuer Rekord erwartet

Kiel –

Bei den „Fridays for Future“-Protesten drängen sich die Menschen auf den Straßen – doch auch auf den Gangways der Kreuzfahrtschiffe geht es eng zu. Für die neue Saison sind in Kiel 198 Anläufe von 36 verschiedenen Kreuzfahrtschiffen angemeldet – ein neuer Rekord!

„Wir erwarten circa 880.000 Passagiere“, sagte Geschäftsführer Dirk Claus am Donnerstag. Im vergangenen Jahr waren in Kiel bei insgesamt 175 Anläufen 803.000 Reisende an oder von Bord gegangen.

Kieler Hafen: Passagierverkehr steigt auf knapp 2,4 Millionen Fahrgäste

Die neue Saison beginnt am 27. März. Insgesamt nahm der Passagierverkehr im Kieler Hafen im vergangenen Jahr um 8,4 Prozent auf knapp 2,4 Millionen Fahrgäste zu.

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Bei den Kreuzfahrern sind für den Hafen die Schiffsgrößen besonders wichtig, weil danach der Umsatz berechnet wird. 2020 steigt die Maßeinheit Bruttoraumzahl (BRZ) voraussichtlich auf 16,7 Millionen, nach 15 Millionen im Vorjahr – größtes Schiff in diesem Jahr ist erneut die 316 Meter lange „MSC Meraviglia“ mit 171.598 BRZ.

Kiel: Neues Terminal an Ostseekai für zehn Millionen Euro

In seine Terminal-Anlagen und in den Umweltschutz investiert der Seehafen derzeit knapp 30 Millionen Euro.

Am Ostseekai entsteht für Kreuzfahrt-Passagiere ein zehn Millionen teures zweites Terminal-Gebäude, das zu Saisonbeginn im Frühjahr fertig sein soll.

Bau einer Landstrom-Anlage für Kreuzfahrtschiffe am Kieler Hafen

Gleich daneben wird eine Land-Stromanlage gebaut, deren Inbetriebnahme Geschäftsführer Claus für Juli erwartet. Sie ist so angelegt, dass sie gleichzeitig ein Kreuzfahrt- und ein Fährschiff der schwedischen Stena-Line versorgen kann.

„Unser Ziel ist es, im ersten vollen Betriebsjahr 60 bis 70 Kreuzfahrtschiffe mit Landstrom zu versorgen“, sagte Claus. „Künftig sollen dann 60 Prozent des Energiebedarfs der Kiel anlaufenden Schiffe mit Landstrom aus regenerativen Quellen gedeckt werden.“

Güterumschlag am Kieler Hafen ging im vergangenen Jahr zurück

Der Güterumschlag des Seehafens sank 2019 um 1,9 Prozent auf 7,0 Millionen Tonnen. Es sei deutlich weniger Kohle umgeschlagen worden, berichtete Claus.

Grund: Das alte Kohlekraftwerk am Förde-Ufer wurde außer Betrieb genommen. Kerngeschäft des Hafens sind Stückgüter im Fährverkehr. Sie machen mit knapp sechs Millionen Tonnen 85 Prozent des Gesamtumschlags aus.

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Umschlagstärkste Linienverbindung war 2019 erneut die von der dänischen Reederei DFDS betriebene Linie Kiel-Klaipeda (Litauen), auf der bei einem Plus von elf Prozent erstmals mehr als 2,5 Millionen Tonnen Ladung befördert wurden. (vd)

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