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Szene-Treff vor dem Aus: Stadt nimmt Punkern Gebäude weg – eine Chance haben sie noch

Hannover –

So viele Punks hat man lange nicht mehr abseits ihrer Treffpunkte gesehen: Während einer Einwohnerfragestunde protestieren 40 Punker gegen die geplante Schließung des Veranstaltungs-Zentrums „Kopernikus“.

Früher ging es in Hannover wild zur Sache, doch nun ist es ruhiger um die Punk-Szene geworden – der Treff in der Kopernikusstraße gilt als eine ihrer letzten Bastionen. Und dieser steht nun möglicherweise vor dem Aus.

Hannovers Punk-Szene – „Kopernikus“ als wichtiger Treffpunkt

Für die einst sehr aktive Punk-Szene ist dieser Treff von Bedeutung: noch heute finden hier regelmäßig Events statt. Und auch Straßenschlachten wurden hier bereits ausgetragen. Dabei ist die Punk-Szene in Hannover über die Stadtgrenzen hinaus bekannt – mit den sogenannten „Chaos-Tagen“ gingen sie in die Geschichte ein: 1983 fanden in Hannover Straßenschlachten und Ausschreitungen statt, die sich gegen eine geplante Punker-Kartei der Polizei richteten.

2008 gab es dann die bisher letzte große Schlacht zwischen Punks und Polizisten – vor dem Kopernikus. Hier lief die Premiere des Films „Chaostage“: Über 400 Punker feierten hier gemeinsam und blockierten angetrunken die Straße. Als die Polizei einschritt, flogen Flaschen – die nächste Straßenschlacht war eröffnet.

Hannover: Keine Vertragsverlängerung für das „Kopernikus“

Die Bahn ist der Eigentümer des Kopernikus und vermietete es bisher an die Stadt, doch nun will sie den Vertrag nicht verlängern, da das Gebäude stark sanierungsbedürftig sei, so berichtet die „Bild“.

Die Punks haben nun angeboten, sich selbst um die Sanierung des Gebäudes zu bemühen und es in Eigenleistung zu sanieren. Ein Stadtsprecher regierte positiv auf das Angebot: „Die Verwaltung begrüßt dieses Engagement, wird eine Kostenaufstellung für die notwendigen Maßnahmen vorlegen“. (mp)

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