Bürgermeisterin abgewählt
  • Blick auf das Zentrum von Strasburg.
  • Foto: Imago

Im Norden: Einwohner wählen Bürgermeisterin ab – „Vertrauen gestört“

Die Einwohner von Strasburg im Landkreis Vorpommern-Greifswald haben Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese (CDU) abgewählt. Wie eine Sprecherin der Wahlleitung am Sonntag sagte, ist die 43-jährige Verwaltungschefin nach dem vorläufigen Ergebnis des Bürgerentscheides vorzeitig abberufen worden.

Von 1687 abgegebenen Stimmen entfielen 1366 auf die Abwahl, was mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten waren. Nötig für die Abwahl wären mindestens 1299 Stimmen gewesen. 308 Frauen und Männer wollten, dass die Bürgermeisterin im Amt bleibt.

„Gegen eine Mehrheit der Bürger kann man nicht arbeiten“, sagte Hammermeister-Friese am Abend in Strasburg der Deutschen Presse-Agentur. Für die Stadt sei nun ein zügiger Wechsel an der Verwaltungsspitze das Beste. Wenn der Wahlausschuss am Dienstag das Ergebnis bestätigt, scheidet die Verwaltungschefin ab Mittwoch aus der Verwaltung aus. Dann muss es im Frühsommer 2023 eine neue direkte Bürgermeisterwahl in Strasburg geben.

Monatelanger Streit vor der Abwahl

Hammermeister-Friese war 2018 ursprünglich für sieben Jahre als Bürgermeisterin gewählt worden. Den Bürgerentscheid hatten die Stadtvertreter von Strasburg festgelegt, da es zwischen der Mehrheit der Mitglieder und der Bürgermeisterin seit Monaten Streit gab. „Das Vertrauen in das Handeln und die Sacharbeit der Bürgermeisterin sind nachhaltig gestört“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Abgeordneten. Den von ihnen verlangten Rücktritt hatte die 43-Jährige zunächst noch abgelehnt. In Strasburg, der einzigen Uckermark-Stadt in MV, leben rund 4500 Menschen. (dpa)

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