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  • Foto: dpa

Schock für viele Gastro-Betriebe : Große Pleitewelle in Schleswig-Holstein

Maskenpflicht, Kontaktbögen, Tanzverbote und Abstandsregeln: Vielen Menschen ist das zu kompliziert und nervig, sie meiden Bars und Restaurants. Die Folgen sind in Schleswig-Holstein deutlich spürbar. Viele Betriebe im Norden sind durch Corona pleite gegangen.

Nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) haben bereits rund 50 Betriebe in Schleswig-Holstein wegen Corona Insolvenz angemeldet. Besonders von den Pleiten betroffen sind die Kreise Schleswig-Flensburg, Dithmarschen und Nordfriesland.

Traditions-Kneipe „Astor-Bar“ in Kiel muss schließen

Doch auch in größeren Städten wird es für einige Restaurants und Bars so langsam eng. Die bekannte „Astor-Bar“ in Kiel wird Mitte des Monats schließen.

Laut Dehoga-Verbandschef Stefan Scholtis geht es nicht allen Restaurants im Norden schlecht. Betriebe die einen Außenbereich mit vielen Sitzplätzen haben, können sich besonders bei gutem Wetter über viele Besucher freuen. Draußen im Freien scheinen sich viele einfach wohler undn sicherer zu fühlen, als im Innenbereich. Besonders beliebt sind Bars und Restaurants an der Küste in Schleswig-Holstein.

Dehoga fordert trotz Corona: Mehr Mut zur Normalität 

Scholtis appelliert nun an die Politik, man müsse den Weg Richtung Normalität mit etwas mehr Mut beschreiten. Restaurant-Betreiber Sebastian Bruch aus Ratzeburg sagte dem NDR, dass er sich zwar Normalität wünschen würde, jedoch vor allem keine zweite Corona-Welle.

In seinem Restaurant, dem Fährhaus Rothenhusen am Ratzeburger See, ist es unter der Woche noch recht leer: „Die Leute sind schon noch zurückhaltend, sich drinnen hinzusetzen“ sagt Bruch. Auch stellt er fest, dass überwiegend ältere Menschen lieber noch auf einen Restaurant-Besuch verzichten.

Gastronomie erlebt „größte Krise der Nachkriegszeit“ 

Laut Angaben des Dehoga hat die Corona-Pandemie das Gastgewerbe in die „größte Krise der Nachkriegszeit“ gestürzt. So sank der Umsatz laut statistischem Bundesamt im April um historische 75,8 Prozent.

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gastgewerbe sind verheerend“, sagt Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband).

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Und trotz zahlreicher Wiedereröffnungen haben es viele Gastronomen nach wie vor nicht leicht. Einer aktuellen Dehoga-Umfrage zufolge rechnen die Betriebe im Juni mit durchschnittlichen Umsatzeinbußen von 61 Prozent.

Deutschlandweit: Zigtausende Betriebe vor dem Aus!

Club- und Discobetreiber blicken in eine noch düsterere Zukunft: Noch immer gibt es für sie wenig Hoffnung auf eine Wiedereröffnung und somit auch kaum Perspektiven auf Kunden und Umsätze. „Die Verzweiflung wächst von Tag zu Tag“, so Zöllick. „Zigtausende Betriebe kämpfen um das wirtschaftliche Überleben und den Erhalt der Arbeitsplätze. (aps)

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