Geparkte Wohnmobile stehen am Straßenrand.
  • Der Camper-Boom sorgt bei Anwohnern für Parkplatz-Frust (Symbolbild).
  • Foto: (c) dpa

Wegen Corona: Camper-Boom sorgt für Parkplatz-Frust

Während der Corona-Pandemie sind Wohnmobile zur beliebten Reise-Alternative geworden. Gerade im Norden stehen die Ferienhäuser auf Rädern hoch im Kurs. Der Markt boomt, doch die Stellplätze werden immer knapper – die Konflikte mit Anwohnern häufen sich.

Wie die „Kieler Nachrichten“ berichten, ist der rasante Zuwachs bei den Wohnmobilen vor allem in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt ein Problem. Kiel hat bundesweit den höchsten Camper-Anteil – rund 29,5 Wohnmobile pro 1000 Pkw, wie aus einer Erhebung der Berliner Kanzlei „Goldstein“ hervorgeht. Auch auf dem dritten Platz dieser Statistik landet eine Stadt aus Schleswig-Holstein: Mit 20,5 Wohnmobilen pro 1000 Pkw liegt Lübeck im Deutschlandvergleich weit vorn.

Im Norden: Camper-Boom sorgt für Parkplatz-Frust

In Kiel sind die Camper inzwischen vielen Anwohnern ein Dorn im Auge. Denn die Stellplätze reichen nicht aus, sodass Besitzer ohne großes Grundstück ihr Wohnmobil einfach an der Straße parken. Besonders in der nördlichen Innenstadt, etwa am Schrevenpark, in Hasseldieksdamm, Ravensberg und Brunswik werde häufig an der Straße geparkt, wie Stadtsprecher Arne Gloy den „Kieler Nachrichten“ berichtete.

Es gebe zahlreiche Beschwerden der Anwohner, allerdings tun die Wohnmobil-Besitzer nichts Unrechtes. Denn ein Campingmobil darf genauso wie ein normaler Pkw an der Straße abgestellt werden. Nur abgekoppelte Wohnwagen dürfen nicht einfach so abgestellt werden.

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Illegal wird es erst, wenn in den geparkten Wohnmobilen übernachtet wird. Das ist nämlich nur auf den entsprechenden Campingplätzen erlaubt und nicht auf jedem beliebigen Parkplatz. Doch gerade in der Ferienzeit sind die Campingplätze im Norden oft völlig ausgebucht, weswegen Urlauber sich ein abgeschiedenes Plätzchen für die Nacht suchen.

Gerade an beliebten Zielen wie in Schwansen, dem Dänischen Wohld und in den Hüttener Bergen kommt das immer häufiger vor. Laut „Kieler Nachrichten“ wurde beispielsweise der Parkplatz am Wittensee zuletzt zum Hotspot. Das ärgert wiederum die Anwohner, wenn die nächtlichen Besucher ihren Müll nicht wegräumen und Dreck hinterlassen.

Auch in Hamburg: Mehr Wohnwagen durch Corona-Pandemie

Auch in Hamburg, immerhin dem Bundesland mit der zweihöchsten Wohnmobil-Dichte, gab es durch die Corona-Pandemie einen großen Zuwachs an Wohnmobilen. 15.663 solcher Fahrzeuge gibt es laut Kraftfahrtbundesamt inzwischen in der Hansestadt – fast 2.000 mehr als noch 2020. Doch bisher hat sich das noch nicht auf die ohnehin angespannte Parksituation ausgewirkt. Wie die Bezirksämter Mitte und Altona auf Nachfrage der MOPO mitteilen, gibt es kaum Beschwerden über abgestellte Wohnmobile in den Bezirken.

Durch das Bewohnerparken ist es in Hamburg allerdings auch vielerorts schwieriger, einen Parkplatz für den Camper zu bekommen. Denn pro Bewohner kann nur ein Parkausweis beantragt werden. Dieser kann dann entweder für das eigene Auto oder für den Wohnwagen genutzt werden, zusätzliche Parkausweise für weitere Pkw oder Wohnwagen sind laut Hamburger Verkehrsbehörde allerdings nicht zulässig. (hb)

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