Dies, liebe Naturfreude, ist ein Campodorus paradiesensis. Das Schlupfwespen-Weibchen wurde gerade erst in Schleswig-Holstein entdeckt.
Dies, liebe Naturfreude, ist ein Campodorus paradiesensis. Das Schlupfwespen-Weibchen wurde gerade erst in Schleswig-Holstein entdeckt.
  • Dies, liebe Naturfreude, ist ein Campodorus paradiesensis. Das Schlupfwespen-Weibchen wurde gerade erst in Schleswig-Holstein entdeckt.
  • Foto: Lennart Bendixen

Kleine Sensation: Neue Insektenart in Norddeutschland entdeckt

Angesichts der vielen Nachrichten über das Insektensterben und was das für unser ökologisches Gleichgewicht bedeutet, ist diese Entdeckung eine kleine Sensation: Ein Insektenexperte hat in einem Dorf in Schleswig-Holstein ein der Wissenschaft gänzlich unbekanntes Tierchen entdeckt.

Dürfen wir vorstellen: Campodorus paradiesensis, eine ungewöhnlich hell gefärbte Schlupfwespenart. Entdeckt hat sie Insektenkundler Lennart Bendixen in seinem eigenen Garten, der in der Paradiesstraße in Mohrkirch (Kreis Schleswig-Flensburg) liegt, daher der Name der neuen Wespe. Das Exemplar saß auf einem Blatt eines Feldahorns. „Es grenzt fast an ein Wunder, dass diese auffällig gefärbte Art nicht schon viel früher entdeckt wurde“, sagt Bendixen und vermutet, „dass sie stark spezialisiert ist, und einfach noch kein Schlupfwespenspezialist zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.“

Insektenkundler Lennart Bendixen: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Die Entdeckung selbst liegt schon zwei Jahre zurück. Damals stand schnell fest, dass es sich um eine absolut unbekannte, noch nicht beschriebene Art handelt. Ein umfangreicher Prüfprozess folgte und nun ist Campodorus paradiesensis das erste Mal in den Faunistisch-Ökologischen Mitteilungen beschrieben, dem Fachblatt der in der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft (FÖAG) zusammengeschlossenen Tierexperten Schleswig-Holsteins.

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Schlupfwespen sind nützliche Parasiten, sei werden zum Beispiel erfolgreich zur natürlichen Bekämpfung von Lebensmittel- und Kleidermotten eingesetzt. Die Weibchen legen ihre Eier in den Eiern anderer Insekten ab. Schlüpfen die Larven der Schlupfwespe, fressen sie als erstes die Wirtseier auf, so dass diese aussterben.

Die neue Schlupfwespe ist winzig: Nur 6,4 Millimeter lang ist es kein Wunder, dass diese hell gefärbte Art noch niemandem aufgefallen ist.

Wie die allermeisten Wespenarten ist die Schlupfwespe für Menschen harmlos. Die Weibchen besitzen zwar einen Stachel, der aber so winzig ist, das er menschliche Haut nicht durchdringen kann.

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