Kubicki Corona-Regeln Maske Bundestag
  • Im Bundestag gilt die Maskenpflicht auch für Wolfgang Kubicki. Privat nimmt der FDP-Politiker die Corona-Regeln lockerer.
  • Foto: IMAGO / Political-Moments

„Extrem enttäuschend“: Kubicki-Phrasen sorgen für Entsetzen

Wolfgang Kubicki ist Vizepräsident des Deutschen Bundestags, hat also eines der wichtigsten politischen Ämter des Landes inne. An der Vorbildfunktion des FDP-Politikers aus Schleswig-Holstein kommen aktuell Zweifel auf – Kubicki bekannte sich öffentlich dazu, Corona-Regeln bewusst zu missachten. Beim zuständigen Gesundheitsamt sorgt das für Entsetzen.

Was Wolfgang Kubicki über seinen Umgang mit den geltenden Corona-Maßnahmen berichte, sei „ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die sich hier Tage, Nächte und Wochenenden im Kampf gegen die Corona-Pandemie um die Ohren geschlagen haben“, sagte Professor Stefan Ott den „Kieler Nachrichten“. Ott ist Chef des Gesundheitsamts im Kreis Rendsburg-Eckernförde, war auch als Leiter des Corona-Lagezentrums tätig.

Kritik an Kubicki: Corona-Aussagen sind „geschmacklos“

Der Corona-Experte, dem in Spitzenzeiten 130 Beschäftigte unterstanden, kennt sich also aus mit Sinn, Zweck und Notwendigkeit der Regeln. Selbst wenn Ott selbst nicht immer alle Entscheidungen des Bundeslandes und der Bundesregierung gut gefunden habe – was Kubicki öffentlich äußerte, sei schlicht „geschmacklos und extrem enttäuschend“.



Der 69-Jährige FDP-Politiker, der am Sonntag für den Wahlkreis Steinburg-Dithmarschen Süd wieder nach Berlin will, hatte in der „Bild“ gestanden, dass er von seinem „Recht auf autonomes Handeln“ Gebrauch machte. Konkret heißt das: Kubicki war in seinem Wohnort in Strande (Kreis Rendsburg-Eckernförde) immer mal wieder in seiner Stammkneipe zu Gast. Obwohl diese eigentlich hätte dicht sein müssen. Auch sonst habe er bewusst gegen Kontaktverbote verstoßen, denn: „Kein Mensch hat sich daran gehalten, selbstverständlich haben sich die Paare weiter getroffen wie vorher auch.“

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Wäre ein Vorfall aufgeflogen, hätte das 250 Euro Bußgeld gekostet. Doch die hätte Wolfgang Kubicki, der auch stellvertretender Parteichef der Liberalen ist, nach eigener Aussage dann einfach bezahlt. Bei einem monatlichen Einkommen von rund 14.000 Euro allein für das Amt des Bundestags-Vizepräsidenten tut diese Summe vermutlich nicht allzu sehr weh.

Ott, dessen Gesundheitsamt auch für Strande zuständig ist, findet dieses Verhalten insbesondere wegen der hohen Position Kubickis unangemessen. Eine Strafe erwartet den 69-Jährigen aber nicht. Die Aussagen im „Bild“-Interview seien zu allgemein gewesen, konkrete Verstöße oder Hinweise lägen der Behörde nicht vor. (fbo)

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