Forschungsschiff „Sonne“
  • Um das Leben in der Tiefsee zu erforschen, ist ein Team von Wissenschaftlern mit dem Forschungsschiff „Sonne“ zu einer Expedition in den Nordatlantik in Richtung Grönland aufgebrochen
  • Foto: Sina Schuldt/dpa

Löst deutsche Expedition das Rätsel um die Tiefsee-Bewohner?

Die Tiefsee der Weltmeere ist noch weitgehend unerforscht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen nun auf einer Expedition den Nordatlantik in bis zu 6000 Metern Tiefe genauer erkunden. Dabei setzen sie auf besondere Technik, mit der sie das Leben von kleinsten Organismen tief im Atlantik erforschen können.

Ein Team von Wissenschaftlern ist auf dem deutschen Forschungsschiff „Sonne“ zu einer Tiefsee-Expedition in den Nordatlantik Richtung Grönland aufgebrochen. Von Emden in Ostfriesland aus starteten die 27 Expertinnen und Experten am Freitagmorgen ihre rund fünfwöchige Reise. An Bord sind Biologen, Ozeanographen und Geologen mehrerer deutscher Forschungsinstitute – darunter Forscherinnen und Forscher der Universität Hamburg, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel und der Senckenberg-Gesellschaft.

Forschungsschiff „Sonne“: Expedition zur Erforschung von Tiefsee-Bewohnern

Auf der Expedition von der Südspitze Grönlands bis zu den Kanarischen Inseln wollen die Experten das Leben von kleinsten Organismen tief im Atlantik in Wassertiefen von 5000 oder gar 6000 Metern genauer erforschen. „Die Tiefsee ist noch das große Unbekannte, wo wir erstmal wissen wollen, wer lebt da unten eigentlich“, sagte Expeditionsleiterin Saskia Brix vor der Abfahrt der „Sonne“. Die Senckenberg-Forscherin ist Fachgebietsleiterin Epifauna am Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung. Das Fachgebiet der Epifauna befasst sich mit den Lebewesen, die auf oder direkt über dem Meeresboden leben.


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Noch seien mehr als 90 Prozent der Arten, die in der Tiefsee leben, unbeschrieben und hätten keinen Namen. „Das ist ein bisschen so wie Raumschiff Enterprise – nur eben in die Tiefsee. Wir stoßen in Tiefen vor, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat“, sagte Brix. Für ihre Forschung nutzen die Wissenschaftler unter anderem einen Tauchroboter, der über den Meeresboden gleitet und mit einer Kamera Aufnahmen macht, und einen sogenannten Kastengreifer, mit dem ein Quadratmeter Meeresboden ausgestochen und zur Untersuchung an die Wasseroberfläche gebracht werden kann.

Forscherin: Mit mehr Wissen über Tiefsee lässt sich diese besser schützen

Neben den Untersuchungen zur Artenvielfalt wollen sich weitere Forscher-Teams auch mit dem Vorkommen von Mikroplastik in der Tiefsee und der Kartierung des Meeresbodens beschäftigen. Die Expedition mit dem Titel „IceDivA2“ ist Teil einer Expeditionsreihe. Die bei dieser Forschungsreise gewonnenen Daten sollen bereits zuvor erhobene Datenreihen ergänzen. Ziel sei eine Langzeitbeobachtung der Tiefsee, erklärte Brix. Mit mehr Wissen über den Lebensraum Tiefsee lasse sich dieser auch besser schützen, sagte die Forscherin.

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Am 18. November will das Forschungsinstitut Senckenberg einen Livestream veranstalten, in dem die Besatzung über ihre Forschung im Nordatlantik berichtet. (mp/dpa)

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