Charly Hübner
  • Nach knapp 12 Jahren: Charly Hübner alias Sascha Bukow verlässt „Polizeiruf 110“.
  • Foto: imago/Future Image

Ende streng geheim: Charly Hübners letzter Rostocker „Polizeiruf“

Eine Ära geht zu Ende: Charly Hübner alias Sascha Bukow verlässt nach knapp zwölf Jahren an der Seite von seiner LKA-Kollegin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) den NDR-„Polizeiruf 110“ aus Rostock. In dieser Zeit haben sich die zwei zu einem der beliebtesten Ermittlerpaare des deutschen Fernsehens entwickelt und nur wenig an Verwirrung, Verstörung und Verstrickung ausgelassen.

In der Folge „Keiner von uns“ (Sonntag, 9.1. um 20.15 Uhr, im Ersten) – der Titel ist ein Tribut an die erste Folge im Jahr 2010 „Einer von uns“ – müssen sich die beiden um den Mord an Tito, Inhaber eines Musikclubs, kümmern. Verdächtigt wird der bekannte Musiker Jo Mennecke, stark gespielt von Bela B. Felsenheimer von der Punkrockband Die Ärzte, der mit seinen Starallüren das gesamte Ermittlerteam aufmischt.

Rostock: Charly Hübner alias Sascha Bukow verlässt „Polizeiruf 110“

Bukow wird in seinem letzten Fall mit alten Problemen konfrontiert, bekommt ordentlich was auf die Nase und wird selbst erpresst. Da sind die Hinterlassenschaften seines erschossenen Vaters im kriminellen Milieu der Hansestadt oder die von König initiierte Fälschung von Beweisen, um einen Mörder zu überführen, die sich nun seit November 2018 durch die Handlung zieht. Das alles belastet die junge Liebe zwischen den beiden Ermittlern, die sie nun endlich offen zeigen. „Was ist das nun: Fahrgemeinschaft oder Fickgemeinschaft?“, fragt Kollege Anton Pöschel (Andreas Guenther).

„Keiner von uns“: Letzte NDR-„Polizeiruf 110“-Folge mit Charly Hübner

Das Autorenteam, Anika Wangard und Regisseur Eoin Moore, zeigt in der letzten Folge in klassischer Besetzung noch einmal die Bandbreite von Bukows Charakter in seiner ganzen Zwiespältigkeit.


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„Polizeiruf“: Autorenteam verrät warum die Figuren bei Zuschauern so beliebt sind

„Wir haben viel erzählen dürfen“, sagt Moore, mehrmaliger Autor der Rostocker „Polizeiruf“-Folgen. Er bezeichnet es als großen Glücksgriff, damals mit Sarnau und Hübner zwei Akteure gewonnen zu haben, die sich als Figuren großartig ergänzten. Es sei mit großem Energieaufwand ein neues Format auf die Beine gestellt worden. „Es brauchte nun einen Neustart und einen neuen Enthusiasmus.“

„Polizeiruf 110“
„Keiner von uns“ läuft am 9. Januar um 20.15 Uhr mit Sascha Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) im Ersten.

Die große Akzeptanz beim Fernsehpublikum zeige, dass das bisherige Konzept aufgegangen sei: „Wir geben den Figuren immer 50 Prozent positive und 50 Prozent negative Eigenschaften“, sagt Moore. Dazu kämen viele mehr oder weniger große Details wie Königs klare politische Haltung gegen Extremismus, die Bukow nicht habe. Hinter allem stehe der Respekt für andere Menschen und Toleranz.

Und das Ganze spiele in Rostock, eine laut Moore bunte Stadt voller Widersprüche mit vielen jungen Leuten, Touristen und einer tollen Hafenkultur. „Innerhalb kurzer Zeit hat man das Gefühl, durch verschiedene Zeitzonen zu laufen.“ Auch in „Keiner von uns“ ist der Stadthafen ein regelmäßiger Platz der Handlung.

Serienaustieg: Bisher unklar, wie Sascha Bukow Serie verlässt

Sarnau sagte in einem ARD-Interview, sie habe wie Hübner nicht damit gerechnet, dass das Engagement so erfolgreich würde und die Figuren eine solche Kraft haben werden. Es sei ein Riesengeschenk, dass die Menschen auf die Episoden hinfieberten und die eher rauen Filme die Sonntagskrimi-Landschaft mitprägen durften.

Künftig wühlt sich König an der Seite der in Hamburg gefeierten Theaterschauspielerin Lina Beckmann – im realen Leben die Ehefrau von Charly Hübner – durch die Unterwelt und kriminelle Szene der Hansestadt Rostock und ihrer Umgebung.

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Wie Bukow aus der Serie ausscheidet, soll bis zur Ausstrahlung geheim bleiben. Hübner blieb im ARD-Interview verschlossen. Es hätte verschiedene Möglichkeiten gegeben. Bukows Lebensweg sei immer, wenn es konkret wurde, von Changieren und Verschwinden geprägt gewesen. „Die Variante, die wir letztlich gewählt haben, ist schon drastisch.“ (mp/dpa)

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