Soldaten evakuieren Personen bei einer Übung auf dem Gelände einer Radarstation bei Putgarten auf der Insel Rügen.
  • Soldaten evakuieren Personen bei einer Übung auf dem Gelände einer Radarstation bei Putgarten auf der Insel Rügen.
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Frank Hormann

Rettung aus Fromonia: Bundeswehr übt Evakuierung – Tücken stecken im Detail

Im fiktiven Krisenland Fromonia zerfällt der Staat – die Lage wird täglich bedrohlicher. Deutsche und niederländische Militärs starten eine Evakuierungsmission. Geübt wurde das jetzt in Putgarten in Vorpommern. Der Probelauf zeigte: Tücken stecken im Detail.

In Fromonia brennt die Luft. Der Krisenstaat zerfällt in rasanter Geschwindigkeit, täglich wird die Lage brenzliger. Hunderte Deutsche und Niederländer in dem fiktiven Land sind in Gefahr und sollen mit einer großangelegten Evakuierungsmission herausgeholt werden. Die Situation – die nicht von ungefähr an die Situation in Afghanistan im vergangenen Jahr erinnert – ist jetzt von deutschen und niederländischen Militärs in Vorpommern geübt worden. Fast 2000 Soldaten und andere Mitwirkende waren beim „Schnellen Adler“ im Einsatz.

Mecklenburg-Vorpommern: Militärische Übung in Putgarten

Die mehrtägige Übung lief im Großen und Ganzen sehr gut, berichtete ein Bundeswehrsprecher am Sonntag kurz vor dem Abschluss. Sie habe aber an der einen oder anderen Stelle Verbesserungsbedarf aufgezeigt.


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Am Donnerstag wurde zunächst die schnelle Luftrettung geprobt: Im vorpommerschen Städtchen Barth sollten 70 Menschen aus Fromonia in Sicherheit gebracht werden. Das Fazit: Die Flugzeuge hätten relativ lange am Boden gestanden, wo sie am verwundbarsten seien, bilanzierte der Sprecher. „Das können wir besser machen, dafür üben wir ja.“ Grund für die Verzögerung sei die Abfertigung der zu Rettenden gewesen, die zu lange gedauert habe.

Militärische Übung Putgarten zeigt Verbesserungsbedarf

Am Tag darauf hieß die Aufgabe „Schnelle Seerettung“ im Hafen Mukran auf Rügen. Mit Schnellbooten sollten Fromonia-Flüchtlinge vom Hafen auf ein Schiff vor der Küste gebracht werden. „Da hatten wir das Problem, dass die Speedboote keine Funkverbindung zu den Menschen an Land hatten“, sagte der Sprecher. Die Retter auf den Schnellbooten hätten keine Funkgeräte dabeigehabt. Als am Samstag die schnelle Seerettung dann im Hafen Sassnitz erneut geprobt wurde, sei dieses Problem beseitigt worden. Aus Sassnitz wurden rund 150 deutsche und 50 niederländische Zivilisten mit den Schnellbooten abgeholt und aufs Schiff gebracht. Das sei gut gelaufen.

Soldaten sichern das Gelände einer Radarstation bei Putgarten auf der Insel Rügen.
Soldaten sichern das Gelände einer Radarstation bei Putgarten auf der Insel Rügen.

Am Sonntag schließlich – die Lage in Fromonia hat sich weiter verschärft – mussten 16 Mitarbeiter der „Deutschen Welle“ mit Hubschraubern aus ihrem Sender geholt und in Sicherheit gebracht werden. Als Radiosender diente das Gelände einer Bundeswehr-Radarstation in Putgarten auf Rügen. Die Journalisten hatten bis zuletzt gesendet, um Deutsche und Niederländer in Fromonia über die Evakuierungsmissionen zu informieren.

Militärische Übung: Journalisten aus Senderstation gerettet

Nun saßen sie selbst fest. Für ihre Rettung seien rund 100 Soldaten in den Einsatz geschickt worden, berichtete der Bundeswehr-Sprecher. 20 Fallschirmjäger seien abgesprungen, um das Gelände zu sichern. Zwei Kampfhubschrauber kreisten, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Schließlich seien die Radio-Mitarbeiter von sechs Transporthubschraubern abgeholt worden. Das Zusammenspiel der Kräfte habe sehr gut funktioniert. Der Einsatz sei nach knapp zwei Stunden erfolgreich beendet gewesen.

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Ein letzter Rettungseinsatz in Fromonia steht am Montag an: Der deutsche Botschafter und seine Personenschützer sitzen laut Übungsszenario im Generalkonsulat in der Hauptstadt – hier Neubrandenburg – und schaffen es wegen des Chaos auf den Straßen nicht zum Flughafen. Eine schnelle Eingreiftruppe (Quick Reaction Force) soll für die Evakuierung geschickt werden.

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