• Mehr als 60.000 Raser tappten allein im vergangenen Jahr in die Blitzerfallen an der Rader Hochbrücke.
  • Foto: picture alliance / Carsten Rehder/dpa

Raser im Norden: Zehntausende Temposünder auf bekannter Brücke

Erschreckende Raserbilanz: Auf der Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg haben die Blitzanlagen im vergangenen Jahr mehr als 60.000 Tempoverstöße registriert. Ein Autofahrer wurde bei einer Brückenüberquerung gleich zweimal geblitzt.

Die hohe Zahl der Verstöße mache deutlich, dass die Tempolimits zum Schutz der maroden Brücke weiterhin geboten seien, erklärte dazu am Freitag Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs. Das knapp 50 Jahre alte Bauwerk, das bis 2026 durch einen Neubau ersetzt werden soll, müsse vor allem vor weiteren Schäden durch Schwingungen geschützt werden. Über die Brücke rollen täglich gut 50.000 Fahrzeuge.

Raser auf der Rader Hochbrücke: Spanier tappte gleich zweimal nacheinander in die Blitzerfalle

Den Rekord in der Blitzer-Bilanz erzielte ein dänischer Sportwagenfahrer, der in einer 100er Zone Tempo 222 fuhr. Ein Spanier wurde mit seinem Auto gleich zweimal nacheinander erwischt: Erst auf der Brückenrampe mit 138 km/h und 40 Sekunden später am Brückenendkopf von einer zweiten Anlage mit Tempo 162. Nur vier Tage später wurde er – vermutlich auf der Rückreise – erneut geblitzt. Diesmal fuhr er 144 km/h statt der erlaubten 80.

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Wegen Tempoverstößen wurden gut 44 400 Verwarnungen erteilt und knapp 17 300 Bußgeldverfahren eingeleitet. Zudem wurden 113 Fahrverbote verhängt. Die Zahlen waren im ersten Halbjahr deutlich höher als im zweiten. Rohlfs führte den Rückgang auf den Corona-Lockdown und den damit eingeschränkten Reiseverkehr zurück.

Umstrittener Neubau der Brücke: 2026 soll der erste Teil stehen 

Nach seinen Angaben ist die mit dem Neubau der geplanten Zwillingsbrücke beauftragte Planungsgesellschaft Deges weiterhin im Zeitplan. In fünf Jahren soll der erste Teil der neuen Brücke stehen und den gesamten Verkehr aufnehmen. Anschließend wird die alte Brücke abgerissen und die zweite Hälfte des Neubaus errichtet. Dann soll ab 2029 für jede Fahrtrichtung eine Brücke mit je drei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Gegen die Neubaupläne gibt es laut Ministerium 21 Einwendungen. (hb/dpa)

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