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Prozessauftakt: Studentin gefesselt und vergewaltigt: Angeklagter schweigt

Am Lübecker Landgericht hat am Donnerstag der Prozess wegen der Entführung und Vergewaltigung einer Studentin (22) begonnen. Angeklagt ist ein heute 43 Jahre alter Mann.

Was für ein brutale Tat. Der Angeklagte soll die stark alkoholisierte junge Frau im Oktober 2019 nach einer Studentenparty nach Mönkhagen im Kreis Stormarn verschleppt haben.  Er soll sie vergewaltigt und anschließend gefesselt und geknebelt in einen Knick nahe der Autobahn 20 gelegt haben.

Prozess in Lübeck: Studentin gefesselt und vergewaltigt

Ihr Mandant wolle sich weder zu seinen persönlichen Verhältnissen noch zu den Anklagevorwürfen äußern, sagte Verteidigerin Kerstin Raber am Donnerstag nach Verlesung der Anklage. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 43-Jährigen versuchten Mord, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung vor.

„Wir gehen davon aus, dass der Angeklagte die stark alkoholisierte Geschädigte in den Morgenstunden des 12. Oktober mit Gewalt in seinen Transporter gezerrt und sie zunächst in seine Kleingartenparzelle in der Nähe des Lübecker Hauptbahnhofs gebracht hat“, sagte Staatsanwalt Niels-Broder Greve. Entweder dort oder auf dem Weg nach Mönkhagen habe der Angeklagte dann den Plan gefasst, die junge Frau zu vergewaltigen.

Lübeck: 43-Jähriger wegen Vergewaltigung vor Gericht

Diesen Plan habe er dann auf einem abgelegenen Feldweg in der Gemeinde im Kreis Stormarn in die Tat umgesetzt. „Um dieses Verbrechen zu verdecken, ließ er die Geschädigte nach unserer Überzeugung trotz der herbstliche Kälte gefesselt und geknebelt in einem Knick zurück“, sagte Greve. Da die junge Frau dabei hätte sterben können, wertete die Staatsanwaltschaft die Tat als versuchten Mord. Sie überlebte, weil ein Autofahrer sie zufällig fand und befreite.

Der Angriff auf die 20-Jährige ist nicht die einzige Tat dieser Art, die dem Angeklagten vorgeworfen wird. Ende September 2019 soll er laut Anklage bereits eine andere junge Frau verschleppt haben. Auch sie kam von einer Party und war stark alkoholisiert. Als sie deshalb auf der Straße das Bewusstsein verlor, soll der 43-Jährige sie in seinen Transporter gezogen und in seinen Kleingarten gebracht haben. „Zu einer Vergewaltigung kam es hier aber nicht“, sagte Greve.

Zu dem Prozess sind 30 Zeugen und vier Sachverständige geladen. Er wird am 27. April fortgesetzt. Ein Urteil wird für Mitte Juni erwartet. (dpa)

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