Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP)
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Politiker macht Hoffnung: Bis Herbst kann Schleswig-Holstein durchgeimpft sein

Kiel –

Wie wird das Corona-Jahr 2021? Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (SPD) ist zuversichtlich, dass nach einem harten Winter ein entspannterer Sommer folgt und bis Spätherbst zwei Drittel der Bevölkerung im nördlichsten Bundesland Deutschlands geimpft sein könnten. Aber dies setzt einiges voraus. 

Eine Durchimpfung könnte in Schleswig-Holstein nach Einschätzung von Gesundheitsminister Garg bis zum späten Herbst gelingen. Neben der Voraussetzung von genügend Impfdosen sei ein Schlüssel für eine Entspannung der Lage das Verhalten jedes Einzelnen, sagte Garg.

„Je disziplinierter wir uns alle an die Abstands- und Hygieneregeln halten, ans Lüften, und die Corona-Warnapp nutzen, desto größer ist der Erfolg bei der Bekämpfung des Coronavirus.“ Garg warb für Vorsicht, Rücksicht und Verantwortung.

Corona-Krise: Bis Herbst könnten alle geimpft sein

„Mindestens die nächsten acht Wochen werden meines Erachtens die schwierigsten der Pandemie sein“, so Garg. Dabei verwies er auf die kalten Temperaturen, bei denen viele Menschen drinnen seien und sich das Virus besonders wohl fühle. Zu Ostern, also Anfang April, könnten bei positiver Entwicklung relevante Lockerungen möglich werden. Er rechne dann mit einem entspannteren Sommer als im letzten Jahr.

Und im späten Herbst könnte es bei einer verhältnismäßig hohen Durchimpfungsrate in der Bevölkerung, gepaart weiter mit Vorsicht, Rücksicht und Achtsamkeit, gelingen, „dass wir das nächste Weihnachtsfest 2021 wieder so verbringen können, wie wir das in den vergangenen Jahren gewohnt waren“.

Schleswig-Holstein: 300.000 Menschen im Monat impfen möglich

Rein theoretisch wären laut Garg allein die Impfzentren mit maximaler Auslastung in der Lage, monatlich 300.000 Menschen in Schleswig-Holstein zu impfen. In sechs Monaten könnten also rechnerisch 1,8 Millionen Schleswig-Holsteiner allein in den Impfzentren geimpft werden – das wären etwa 62 Prozent der Bevölkerung.

Hinzu kämen noch die Impfungen des Klinikpersonals in den Krankenhäusern und die Impfungen der mobilen Impfteams in Pflegeeinrichtungen – und später in den Hausarztpraxen. „Das heißt: Die reine Infrastruktur wäre da.“

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Aber notwendig seien auch entsprechend viele Impfdosen. Dies hänge davon ab, wie viele Impfstoffe von der European Medicines Agency in Kürze zugelassen werden und wie die Impfstoffproduktion laufe. „Wenn die Produktionskapazitäten es hergeben, können wir es schaffen, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung sich auch impfen lassen“, sagte Garg. 

Garg: Politik muss impfkritische Menschen überzeugen

Es sei Aufgabe der Politik, in den nächsten Monaten impfkritische Menschen zu überzeugen, „dass die Impfung ein großer Schritt ist, um unser aller Leben deutlich zu verbessern“. Wichtige Faktoren für eine positive Entwicklung im neuen Jahr seien zudem, dass es zu keinem Zeitpunkt zu einer Überlastung der medizinischen Versorgung kommen dürfe und die Leistungsfähigkeit der Gesundheitsämter bei der Kontaktpersonenverfolgung und bei der Durchsetzung von Quarantäne-Maßnahmen zu jeder Zeit gegeben sein müsse.

Im Zusammenspiel aller Faktoren werde es gelingen, „im Laufe des Jahres unsere Freiheit Stück für Stück zurückzuerobern“. Auf die Frage, wann er sich selber impfen lasse, antwortete der FDP-Politiker: „Ich werde mich impfen lassen, wenn ich dran bin.“

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