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Plattdeutsch-Wettbewerb 2020: Wissen Sie, was ein „Snutdauk“ ist?

Stavenhagen –

Haben Sie schon einmal von einem „Snutdauk“ oder einem „Ballerdutje“ gehört? Beide Wörter wurden beim diesjährigen Plattdeutsch-Wettbewerb gekürt – mit 200 Vorschlägen aus zwölf Bundesländern ist die Resonanz so hoch wie lange nicht gewesen. Corona-Vorschläge waren allerdings deutlich in der Überzahl.

Als „Schönste Neuschöpfung“ ist das Wort „Snutdauk“ (etwa: „Schnutentuch“) gekürt worden. Es stammt aus der Wortfamilie des „Snutenpulli“ und bedeutet „Mundschutz oder Mund-Nasen-Bedeckung“, wie das Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) am Sonntag mitteilte. Das Museum ist zusammen mit dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern Organisator des Wettbewerbs. Ein Baden-Württemberger hat den Begriff eingereicht.  

„Ballerdutje“ ist plattdeutsches Wort des Jahres 2020

In dem Wettbewerb gibt es drei Kategorien. Zum „Plattdeutschen Wort des Jahres 2020“ wurde „Ballerdutje“ als Bezeichnung für einen „schmatzenden Kuss“ gewählt. Das Wort hatte ein Plattdeutsch-Freund aus Niedersachsen vorgeschlagen. Der Begriff sei vor allem im Ostfriesischen gebräuchlich, habe laut Museumschef Marco Zabel aber auch Chance auf weitere Verbreitung.

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Bei der „Schönsten Redewendung“ entschied sich die Jury für „Ut ein‘ Schwientroch ward kein Violin“ (Aus einem Schweinetrog wird doch keine Geige), den zwei Frauen aus Stralsund eingereicht hatten.

Plattdeutsch-Wettbewerb: Corona hat Einreichungen beeinflusst

Die Vielfalt des Niederdeutschen, mit regional spezifischen Ausdrücken, Abwandlungen und differierenden Schreibweisen, habe die Jury vor große Herausforderungen gestellt. Mit insgesamt 200 Vorschlägen aus zwölf Bundesländern sei die Resonanz laut Zabel so hoch wie lange nicht gewesen.

Die Corona-Ereignisse hätten die Einreichungen so dominiert wie vorher kaum ein anderes Ereignis. So zeige sich auch lebendige Sprache. 

Der Wettbewerb stößt seit Jahren auf reges Interesse bei Freunden des Niederdeutschen. Geehrt wurden bisher etwa die Wörter „Utklamüsern“ (herausfinden oder recherchieren), „Ackerschnacker“ (Handy), „Bankenmalür“ (Finanzkrise) oder „Lämmerhüppen“ (Diskothek). (dpa/lmr)

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