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Der Tierpfleger Manuel Martens, 39, steht vor einem zerstörten Gehege
  • Manuel Martens und seine Kolleg:innen in der Tierpflege beseitigen die Sturmschäden im Wildpark Schwarze Berge.
  • Foto: Bettina Blumenthal

Wildpark bei Hamburg: Sturm hat Gehege zerstört – Tiere ausgebüxt

Es ist wieder so weit: Inventur im Wildpark Schwarze Berge. Regelmäßig werden alle 1000 Wildtiere aus rund 100 verschiedenen Arten vermessen, gewogen und gezählt. Dieses Mal ging es dabei aber nicht nur um die Tiere, sondern auch um deren Lebensraum: Die Orkane der vergangenen Wochenenden haben den Wildpark ordentlich durchgeschüttelt. Einige Gehege sind seitdem unbewohnbar.  

Manuel Martens leitet seit März 2019 die Tierpflege im Wildpark Schwarze Berge. Gemeinsam mit seinen sechs Kolleg:innen und fünf Auszubildenen ist er seit dem letzten Wochenende mit Aufräumarbeiten beschäftigt. „In der Nacht von Freitag auf Samstag hat der Sturm für ordentlich Zerstörung gesorgt – mindestens dreimal so schlimm wie ,Nadia‘ vor einigen Wochen”, schätzt der 39-Jährige.

Mehr als 100 Bäume sind auf dem Gelände des Wildparks umgekippt, 200 Meter Zaun müssen repariert werden. Einige Tiere konnten während des Unwetters ausbüxsen: „Die Wildschweine und die Steinböcke sind eine Runde im Park spazieren gegangen”, erzählt der Tierpfleger. Dabei ist keines der Tiere zu Schaden gekommen: „Alle Tiere haben in ihren Gehegen Rückzugsmöglichkeiten, in denen sie auch vor dem Wetter geschützt sind.“ Im Laufe des Samstages konnten die Wege, die durch Bäume versperrt waren, wieder freigesägt und alle Tiere eingefangen werden.  


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Die Schäden an den Gehegen selbst sind teilweise massiv. Besonders hart hat es die Sperbereulen-Familie getroffen: Schon 2021 hatte ein Baum während eines Sturms ihre Voliere zerstört. Die Mama-Eule war daraufhin so aufgebracht, dass sie ihre Küken nicht mehr versorgen konnte.

Nach dem Sturm: Inventur im Wildpark Schwarze Berge

Damals verbrachte Manuel Martens seinen anstehenden Urlaub damit, die Kleinen mit der Hand aufzuziehen. Und das hieß: Alle vier Stunden füttern. Nun wurde das Eulen-Zuhause erneut zerstört. Die Tiere sind erst einmal hinter den Kulissen untergebracht worden. 

Die Baby-Kaninchen sind knapp eine Woche alt – sie sind in der Sturmnacht von Sonntag auf Montag geboren worden. Bettina Blumenthal
Ein Baby-Kaninchen sitzt auf der Waage.
Die Baby-Kaninchen sind knapp eine Woche alt – sie sind in der Sturmnacht von Sonntag auf Montag geboren worden.

Auch die Kaninchen befinden sich aktuell in einem Behelfsgehege, weil ihr eigentliches Zuhause durch den Sturm unbewohnbar geworden ist. Dafür gab hier eine schöne Überraschung: Ein Wurf Kaninchenbabys hat in der Sturmnacht von Sonntag auf Montag das Licht der Welt erblickt.


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„Das waren richtige Überraschungskinder, wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Mutter schon wieder tragend ist!”, freut sich Martens.  

Die 20-jährige Jennifer Vaubel ist Auszubildende in der Tierpflege und sieht bei den Waschbären nach dem Rechten. Bettina Blumenthal
Drei Waschbären strecken der Tierpflegerin ihre Pfoten entgegen.
Die 20-jährige Jennifer Vaubel ist Auszubildende in der Tierpflege und sieht bei den Waschbären nach dem Rechten.

Glück hatten die Waschbären: Wie durch Zauberhand ist ihr Gehege mitten im Wald von dem Sturm völlig unberührt geblieben – nur die Frisur wurde ihnen einmal durchgeföhnt. Und was hat die Inventur sonst ergeben? „Alle unsere Tiere sind gesund und munter”, sagt der Tierpfleger zufrieden. Auch der weiße Barockesel, der vor etwa einem Monat im Wildpark geboren wurde, ist kräftig gewachsen.  

Tierpflegerin Franka Standke (23) vermisst den fünf Wochen alten Barockesel Maximilian. Bettina Blumenthal
Ein junger Barockesel wird von der Tierpflegerin vermessen.
Tierpflegerin Franka Standke (23) vermisst den fünf Wochen alten Barockesel Maximilian.

In den nächsten Wochen wird der Wildpark mit der Unterstützung von Freund:innen und Freiwilligen wieder auf Vordermann gebracht. Für Besucher:innen bleibt er weiterhin geöffnet.  

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