Der Serienmörder Niels Högel, hier im April 2019
Der Serienmörder Niels Högel, hier im April 2019
  • Der Patientenmörder Niels Högel, hier im April 2019
  • Foto: picture alliance/dpa/Hauke-Christian Dittrich

Serienmörder Niels Högel zieht Antrag auf Haftentlassung zurück

Niels Högel hat 85 Menschen umgebracht und dafür lebenslänglich bekommen. Vergangenen August stellte der ehemalige Krankenpfleger einen Antrag auf Entlassung nach 15 Jahren Haft. Bevor ein forensischer Psychiater ihn untersuchen konnte, zog er nun den Antrag zurück.

Högel wurde 2019 wegen 85-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er tötete Patienten, indem er ihnen nicht verordnete Medikamente spritzte. Laut Gericht wollte er sich mit Reanimationen profilieren. Die Verbrechen begannen im Jahr 2000 im Klinikum Oldenburg und endeten 2005 im Klinikum Delmenhorst, nachdem eine Kollegin Högel auf frischer Tat ertappt hatte.

Niels Högel: Besondere Schwere der Schuld

In den Urteilen von 2015 und 2019 wurde auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Im August vergangenen Jahres hatte Högel den Antrag auf Haftentlassung und Aussetzung der Reststrafe auf Bewährung gestellt, schreibt der NDR.

Laut Staatsanwaltschaft sollte ein forensischer Psychiater als Sachverständiger den Antrag von Högel prüfen. Bei einer Ablehnung des Antrages auf vorzeitige Haftentlassung hätte die Strafvollzugskammer eine „Mindestverbüßungsdauer“ festlegen müssen. Das sei nun hinfällig, da Högel seinen Antrag zurückgezogen habe.

Mordfall Högel: Prozess gegen sieben Vorgesetzte

Welche Mitschuld ehemalige Kollegen, Ärzte und Klinikleitungen an den Taten des verurteilten Patientenmörders haben, hat das Landgericht Oldenburg in einem Prozess gegen sieben ehemalige Vorgesetzte beurteilt. Dabei kam heraus: An den Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst gab es viel Gerede über Högel, das Misstrauen war groß. Am 13. Oktober 2022 wurden alle sieben Vorgesetzten freigesprochen. (usch)

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