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Der Liste zufolge gelten drei Wanderfischarten, darunter der Atlantische Stör, als ausgestorben.
  • Der Liste zufolge gelten drei Wanderfischarten, darunter der Atlantische Stör, in Niedersachsen als ausgestorben. (Symbolbild)
  • Foto: imago/blickwinkel

Erschreckender Trend: Viele Fischarten im Norden sind bald ausgestorben

In sogenannten Roten Listen wird aufgeführt, wie gefährdet Tier- oder Pflanzenarten sind. Für die Fischfauna in Niedersachsen wurde die Gefährdungslage nun neu bewertet – mit einem alarmierenden Ergebnis.

Rund die Hälfte aller in Niedersachsen heimischen Fischarten sind einer neuen Erhebung von Landesbehörden zufolge in ihrem Bestand bedroht oder bereits ausgestorben. Das geht aus einer neuen Roten Liste zur Fischfauna in Binnengewässern hervor, wie der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) am Donnerstag gemeinsam mitteilten. Gefährdet sind die Fischarten demnach etwa durch langjährige menschliche Eingriffe in die Natur und durch zunehmende Auswirkungen der Klimaveränderung.

Rote Listen: Wichtige Verzeichnisse für den Naturschutz

Rote Listen sind Verzeichnisse, in denen der Gefährdungsstatus von Arten innerhalb eines bestimmten Raumes dargestellt wird. Die Listen dienen im Naturschutz etwa als Grundlage in der Landschaftsplanung.

Für die nun veröffentlichte dritte Fassung der Roten Liste wurde die Gefährdungslage der in niedersächsischen Binnengewässern vorkommenden Fische, Rundmäuler und Krebse analysiert. Von den aktuell landesweit insgesamt 77 vorkommenden Arten und Ökotypen wurden laut den Behörden für die neue Rote Liste 51 heimische Arten bewertet.

Drei Wanderfischarten schon ausgestorben

Der Liste zufolge gelten drei Wanderfischarten, darunter der Atlantische Stör, als ausgestorben – obwohl es laut den Landesbehörden auch gezielte Maßnahmen zur Wiederansiedlung gab. Weitere 22 Arten sind demnach in ihrem Bestand gefährdet oder extrem selten. Außerdem stehen acht Arten auf einer Vorwarnliste.

Im Vergleich zu der letzten Fassung der Roten Liste 1993 wurden bei insgesamt 26 Arten Bestandsveränderungen festgestellt. Als Gründe nennen die Behörden auch eine veränderte Methodik und mehr Daten. Während 16 Arten nun als geringer gefährdet eingestuft wurden, wurden zehn Arten einer höheren Gefährdungskategorie zugeordnet – darunter etwa der Atlantische Lachs, Stint, Zährte und Edelkrebs. Positive Bestandsentwicklungen wurden etwa bei Wels und Zander registriert.

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„Das Artensterben unter der Wasseroberfläche ist uns viel weniger präsent als beispielsweise der Rückgang der Insekten. Es ist aber nicht weniger dramatisch“, sagte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte anlässlich der neuen Roten Liste. Die Grünen-Politikerin betonte, bei der Bewirtschaftung etwa von landwirtschaftlichen Flächen, Wäldern und Mooren müssten weniger Stoffe in Gewässer eingetragen werden, die etwa Fischen schadeten. (dpa)

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