Lennart Jan Dahms verteilt beim Wahlkampf in Hannover Flugzettel.
  • Lennart Jan Dahms verteilt beim Wahlkampf in Hannover Flugzettel.
  • Foto: picture alliance/dpa/Die Linke

Kein Abi? 18-Jähriger aus dem Norden will in den Bundestag

Lennart Jan Dahms ist 18 Jahre alt – und kandidiert schon für den Deutschen Bundestag. Der Linken-Politiker, der noch zur Schule geht, ist der jüngste Bundestagskandidat im Land Niedersachsen. Sollte er in seinem Wahlkreis Nienburg II/Schaumburg direkt gewählt werden, wolle er sich unter anderem für ein Wahlrecht ab 16 Jahren einsetzen.

Dahms ist noch nicht lange in der Politik aktiv. Erst im November trat er der Jugendorganisation der Linken bei. Bei den Kommunalwahlen wurde er dann vor zwei Wochen mit 267 Stimmen in den Gemeinderat von Sachsenhagen gewählt – als einziger Abgeordneter seiner Partei. Derzeit macht er noch sein Abitur; im Frühjahr 2022 wäre er fertig.

Schulabbruch: „Das ist dann der Wille der Wähler“

Sollte er in den Bundestag gewählt werden, würde er die Schule abbrechen. „Das ist dann der Wille der Wähler“, sagte Dahms. Dafür muss es mit dem Direktmandat allerdings klappen, denn er wurde nicht rechtzeitig aufgestellt, um auch auf der Landesliste zu stehen. Bei der letzten Bundestagswahl 2017 erreichte der Direktkandidat der Linken im Wahlkreis Nienburg II jedoch nur rund 4,5 Prozent der Erststimmen. Wahrscheinlich bleibt Dahms deshalb Schüler.



Politisch will er sich für den Klimaschutz, einen besseren und kostenlosen Nahverkehr vor allem auf dem Land sowie junge Menschen einsetzen. So sollen zum Beispiel Jugendräte stärker in den politischen Diskurs eingebunden werden.

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Die Abschaffung des Kapitalismus fordere er hingegen nicht, sagte Dahms. Auch wenn ein Blick auf seinen Twitter-Account diesen Schluss zulässt. „Wann ist Kapitalismus vorbei?“, fragt er dort. „Da bin ich manchmal etwas polemisch und provokativ unterwegs“, sagte der Jung-Politiker. Er kritisiere aber, dass Wirtschaftswachstum allein nicht ausreichend sei, wenn es weiterhin Probleme wie Kinderarmut in Deutschland gebe. (mp/dpa)

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