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Neuanträge gehen zurück: Darum steigt die Zahl der Asylbewerber in MV trotzdem

Mehr Asylbewerber – aber weniger Anträge in Mecklenburg-Vorpommern: Wie kommt das? Die Anzahl der Neuanträge ging im Jahr 2019 eigentlich zurück, trotzdem stieg die Anzahl der in Mecklenburg-Vorpommern lebenden Flüchtlinge um 46 Personen an.

Nach Angaben des Schweriner Innenministeriums waren am 31. Januar 2020 insgesamt 7722 Asylbewerber mit laufendem Verfahren oder mit einer Duldung im Land, so die „Ostsee-Zeitung“.

Viele fehlgeschlagene Abschiebungen in MV

Ein Grund für den Anstieg sei die hohe Zahl an fehlgeschlagenen Abschiebungen. Allein in Mecklenburg-Vorpommern seien die Hälfte der Abschiebungen gescheitert. Wer nicht abgeschoben wird, fällt automatisch in den Status der Duldung, so die „Ostsee-Zeitung“.

Ein weiterer Grund sei, dass viele Asylbewerber Kinder mit Deutschen oder anerkannten Flüchtlingen haben, so die Vorsitzende des Flüchtlingsrates MV, Ulrike Seemann-Katz.

Personalabbau in Behörden führt zu Verzögerungen

Ebenfalls von Bedeutung seien der Personalabbau zur Bearbeitung der Asylanträge sowie die Tatsache, dass die übrigen Mitarbeiter sich jetzt um die langwierigen Widerrufsverfahren kümmern müssen. Diese sind bei anerkannten Flüchtlingen alle drei Jahre angesetzt.

Somit müssen weiterhin viele Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern untergebracht werden. Die Bedingungen in den Gemeinschaftsunterkünften seien oft schwierig, so Seemann-Katz zur „Ostsee-Zeitung“. Das enge Zusammenleben mit Fremden und die Lage der Unterkünfte am Stadtrand erschweren das Leben und die Integration. (mp)

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