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Nach Schießübung und Trinkgelage: Soldat soll zwei Kameradinnen vergewaltigt haben

Kiel –

Ein Bundeswehrsoldat soll 2017 zwei Kameradinnen auf dem Truppenübungsplatz Todendorf im Kreis Plön vergewaltigt haben. Drei Jahre danach startet der Prozess am Landgericht Kiel. Bis heute streitet der Tatverdächtige die Vergewaltigungen ab. Mehr Klarheit wird wohl nur der Prozess bringen.

Die mutmaßlichen Opfer, die zu dem Tatzeitpunkt 18 und 22 Jahre gewesen sind, waren für eine Schießübung aus Rostock angereist. Der 32-jährige Angeklagte soll am 9. November 2017 nach der  Schießübung und einem anschließenden Trinkgelage in das Zimmer der beiden bereits schlafenden Frauen geschlichen sein und sie vergewaltigt haben.

Noch in derselben Nacht wurde Tatverdächtige von den Frauen angezeigt. Feldjäger nahmen den Mann fest und übergaben ihn der Polizei übergeben. Der Mann bestreitet nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Vorwürfe.

Mutmaßliche Vergewaltigung: Das Landeskommando hüllt sich in Schweigen

Das Landgericht will bis Anfang Februar 2021 an insgesamt neun Tagen verhandeln. Die mutmaßlichen Opfer sollen am 4. und 11. Dezember aussagen. Laut des Sprechers des Landeskommandos Schleswig-Holstein, äußere man sich „in einem laufenden Verfahren grundsätzlich weder zur Person noch zu etwaigen dienstrechtlichen Konsequenzen.“

Aus einem damaligen Artikel im „Spiegel“ geht jedoch hervor, dass der Angeklagte vom Dienst suspendiert wurde und die Führung der Luftwaffe gegen ihn ein Dienstausübungs- und Uniformtrageverbot verhängte. Auch schreibt der Spiegel, dass „sowohl der mutmaßliche Täter als auch die Opfer zur Flugabwehrraketengruppe 21 der Luftwaffe“, gehören sollen.

Kameradinnen vergewaltigt: Angeklagten drohen über zwei Jahre Haft

Sollten sich die Tatvorwürfe der Vergewaltigung bestätigen, so sieht das Gesetz nach Angaben des Gerichtssprechers eine Freiheitsstrafe von nicht unter zwei Jahren vor, es sei denn, es handle sich um einen minder schweren Fall.

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Medienberichten zufolge hatten sich bei der Feier zum Abschluss eines Lehrgangs auch Vorgesetzte betrunken. Im Zuge der öffentlichen Diskussion um Skandale bei der Bundeswehr geriet auch dieser Fall damals in die Schlagzeilen. (dpa)

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