Seit den 1990er Jahren lagen in diesem Wald bei Seevetal (Landkreis Harburg) Anleitungen zum Bombenbau sowie für die Wundversorgung. 
  • Seit den 1990er Jahren lagen in diesem Wald bei Seevetal (Landkreis Harburg) Anleitungen zum Bombenbau sowie für die Wundversorgung. 
  • Foto: picture alliance/dpa

Mysteriöser Bunker-Fund: Versteckten hier andere Terroristen ihre geheimen Dokumente?

Eine Woche nach dem Fund eines alten Erddepots mutmaßlich linker Terroristen bei Seevetal untersucht das LKA Niedersachsen die Gegenstände weiter auf mögliche Spuren. Die MOPO berichtete bereits, dass es sich bei den Funden eventuell um Eigentum der Terrorgruppe Revolutionäre Zellen (RZ), statt der Roten Armee Fraktion (RAF), handle.

Laut einer Sprecherin des niedersächsischen Landeskriminalamtes deute die Auswertung der sichergestellten Schriftstücke momentan eher auf Urheber aus den Reihen der Gruppierung RZ hin: „Bei den Schriftstücken handelt es sich unter anderem um Anleitungen zur Herstellung von Brand- und Sprengsätzen.“ Auch gehe es um Wundversorgung, zum Beispiel bei Schussverletzungen. 

LKA untersucht Seevetaler Fund: Nicht RAF, sondern RZ?

Auf das Konto der Revolutionären Zellen sollen von den 1970er bis zu den 1990er Jahren bis zu 300 Anschläge gehen, meist gegen Gebäude. Es gab aber auch Gewalt gegen Menschen. Anders als die RAF im Untergrund lebten die meisten RZ-Mitglieder in der Legalität. Das LKA stellte für kommende Woche einen Bericht über den Ermittlungsstand in Aussicht.

Keine Übereinstimmung mit RAF Funden

Der Ex-Terrorfahnder Rainer Hofmeyer sieht keinen Bezug des Seevetaler Fundes zur Rote Armee Fraktion. Er schließe aus, dass es sich um ein RAF-Depot handle, sagte Hofmeyer dem Spiegel. Es bestehe keine Übereinstimmung mit den damaligen Funden.

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Im Gegensatz zum jetzt entdeckten Versteck hätten sich in RAF-Depots stets Waffen, Munition, gefälschte Papiere und Geld gefunden, aber keine „Pamphlete der Revolutionären Zellen“. Auch habe die RAF bei ihren Anschlägen nicht Salz- und Schwefelsäure verwendet, wie sie in Seevetal gefunden wurden, so Hofmeyer. (dpa/mp)

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