• Es haben auch in der Vergangenheit Aktivisten gegen Coca-Cola demonstriert – und jetzt wird der Eingang zur Fabrik in Lüneburg besetzt.
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Wasser-Streit: Aktivisten besetzen Eingänge von Coca-Cola-Fabrik in Lüneburg

Lüneburg –

Aus Protest gegen die Privatisierung von Wasser haben Klimaaktivisten von Extinction Rebellion am Montag die Eingänge zum Unternehmen Coca-Cola in Lüneburg besetzt. Etwa 80 Teilnehmer protestierten nach Polizeiangaben am Internationalen Wassertag gegen den geplanten dritten Brunnen in der Region.

„Wir bleiben hier so lange, bis unsere Forderung, die Pläne einzustellen, erfüllt ist“, sagte Jukka Kilgus von Extinction Rebellion. Die Förderung von Grundwasser und das Abfüllen in Flaschen des Getränke-Unternehmens sei nicht mit der Klimakrise vereinbar. Die Aktivisten setzten sich vor zwei Eingänge und blockierten auch die Lieferungen.

Lüneburg: Aktivisten besetzten Eingänge von Coca-Cola-Fabrik

Coca-Cola unterhält mit seinem Tochterunternehmen Apollinaris in der Hansestadt zwei Brunnen für das Abfüllen von Mineralwasser und verkauft das geförderte Wasser unter dem Namen „Vio“. Derzeit prüft das Unternehmen mit einem Pumpversuch einen dritten Brunnen, der aber erst genehmigt werden müsste. Der Konzern möchte mit dem neuen Brunnen bei Reppenstedt bis zu 350 000 Kubikmeter Wasser jährlich aus einer Tiefe von etwa 195 Metern fördern.

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„Wir haben ebenso wie die zuständigen Behörden transparent über das Vio-Brunnenprojekt und die zugrundeliegenden Gesetze sowie behördlichen Vorgaben für die Bewirtschaftung von Wasser informiert. Unser Unverständnis wächst darüber, dass nur Coca-Cola Zielscheibe von Vorwürfen und auch derartigen Protestaktionen und Angriffen ist“, hieß es in einer Stellungnahme am Montag. „Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Wasserentnahme für die Herstellung der Getränke lediglich 1,7 Prozent der im betreffenden Grundwasserkörper insgesamt genehmigten Entnahmen ausmacht.“ Es entstehe der Eindruck, dass der Bekanntheitsgrad der Marke ungeachtet der Fakten für Aufmerksamkeit sorgen solle.

Coca Cola in Lüneburg: Brunnenprojekt sorgt für Streit

Die Gegner führen an, dass die vergangenen drei Sommer sehr trocken waren und es in vielen Gebieten bereits Probleme mit der Grundwasserversorgung gegeben habe. „Jede kleine Entnahme beschädigt unsere Wasservorräte“, führte Kilgus an. (dpa/mp)

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