• Foto: Röer

Krach um Lärm vor Hamburgs Toren: Bei dieser neuen Ampel sehen Anwohner rot

Bei diesem Lichtsignal  sehen Anwohner rot, im wahrsten Sinne des Wortes. Im beschaulichen Wedel gibt’s seit einigen Tagen Krach um lange Ampelphasen an der Schulauer Straße – und die damit verbundene Lärmbelästigung.

Eine Anwohner-Initiative stimmt bereits die Revolte an, ruft per Flugblatt zu einer Unterschriftensammlung auf, um die Situation zu ändern. Aber was ist da eigentlich los? Hintergrund für den Ärger sind Sanierungsarbeiten an einer Flutschutzmauer.

Bei Hamburg: Neue Ampel in Wedel sorgt für Ärger

Denn um den Verkehr sicher durch die Baustelle leiten zu können, hat das Bauamt Wedel extra eine Ampelanlage samt Richtungsverkehr eingerichtet. Das Problem: „Der damit verbundene Verkehr entlang der Flutschutzmauer ist für die Anwohner zusätzlich zu der extremen Lärmbelästigung an der Flutschutzwand unzumutbar“, heißt es in dem Flugblatt.

Das könnte Sie auch interessieren: Corona in Hamburg! Alle wichtigen News im Liveticker

Genauer gesagt sorgen offenbar die langen Ampelphasen in Verbindung mit der Beschilderung „Motor abstellen“ für Ärger. „Da die wartenden Verkehrsteilnehmer nach Grün erst den Motor starten und verspätet anfahren, fangen die hinteren Fahrzeuge an, den Vordermann anzuhupen, weil sie befürchten, nochmals fünf Minuten an der Ampel warten zu müssen“, heißt es in dem Schreiben. Tatsächlich sind es eher zwei Minuten, wie ein MOPO-Besuch vor Ort ergab.

Wedel: Lärm-Stress um neue Ampelanlage

Die Initiative behauptet auch, dass Radler, die sich in den Verkehr eingliedern, angehupt werden, da es den Autofahrern nicht schnell genug gehe. Darüber hinaus würde die Straße rege von Motorradgruppen genutzt, die „mit ihren donnendern Motorrädern“ jetzt länger in der Wohnschlucht halten würden. „Bis in die Nachtstunden cruisen Autofahrer mit aufgedrehten Musikanlagen vor den Fenstern der Anwohner und hupen auch in der Nacht noch, wenn die Ampel auf Grün springt“, heißt es.

Eine Schilderung, die Erinnerungen weckt. Bereits vor einem Jahr gab’s an ähnlicher Stelle Lärm-Ärger in Wedel. Damals beschwerten sich Anwohner rund um einen Politiker über Ballermann-ähnliche Situationen am Schulauer Hafen, da junge Leute dort von früh bis spät mit aufgedrehter Musik Party gemacht haben. Jetzt gibt’s kein Partyvolk, aber eben weiterhin Lärm.

Wedel: Anwohner fordern Umleitung des Verkehrs

„Eine vernünftige Lösung wäre eine Umleitung des Kraftverkehrs mit Ausnahme von Feuerwehr, Polizei, Anlieger und Radfahrern“, steht in dem Schreiben. Allein, die Stadt Wedel sieht da keine Handhabe. „Die Verwaltung hat aus heutiger Sicht keine Möglichkeit die Beampelung zu verändern“, so ein Sprecher. Eine Umleitung durch umliegende Wohngebiete käme nicht in Betracht, weil an der Strecke auch eine Kindertagesstätte und eine Seniorenresidenz liegen. „Wenn der Baufortschritt Änderungen zulässt, wird dies auch natürlich auch bei der Verkehrsregelung berücksichtigt“, sagt der Sprecher.

Er verweist außerdem darauf, dass bislang nur einzelne Anwohner Kritik geäußert hätten. Und für diese hat er gute Nachrichten: „Da die Arbeiten grundsätzlich im Zeitplan liegen, sind die Bauphasen mit besonders großer Geräuschentwicklung – zum Beispiel Ramm-, Betonsäge- und Wasserstrahlarbeiten – inzwischen abgeschlossen, sodass zumindest hier eine leichte Entspannung der Situation eingetreten ist“, sagt er. Im September sollen die Arbeiten des ersten Bauabschnitts mit Auswirkungen auf den Verkehrsfluss abgeschlossen sein.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp