Die Polizei vor dem Haus in Dänischenhagen bei Kiel, in dem im Mai zwei Tote gefunden wurden.
  • Die Polizei vor dem Haus in Dänischenhagen bei Kiel, in dem im Mai zwei Tote gefunden wurden.
  • Foto: picture alliance/dpa

Drei Tote – jetzt kommt der Zahnarzt vor Gericht

Die Tat schockierte selbst die Staatsanwaltschaft: Ein Zahnarzt aus Westensee bei Kiel soll drei Menschen erschossen haben, darunter seine Frau und deren Bekannten. Nach knapp sechs Monaten steht die Anklageerhebung bevor.

Die monatelangen Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft gegen einen Zahnarzt aus Westensee bei Kiel, der drei Menschen erschossen haben soll, “stehen unmittelbar vor dem Abschluss”. Das sagte Oberstaatsanwalt Michael Bimler der dpa. Nächste Woche könnte in dem spektakulären Mordfall Anklage erhoben werden. Ob der Prozess noch in diesem Jahr starten kann, ist angesichts des Terminplans der 8. Strafkammer ungewiss.

Kiel: Zahnarzt erschießt drei Menschen

Dem Zahnarzt, der sich am 19. Juni abends in Hamburg der Polizei stellte und die Taten eingeräumt haben soll, werden zwei Morde und ein Totschlag zur Last gelegt. Das Motiv liegt noch im Dunkeln. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Verteidigerin Lena Alpay-Esch lehnte bisher Stellungnahmen ab.

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Der zum Tatzeitpunkt 47 Jahre alte Verdächtige soll seine getrennt von ihm lebende Ehefrau und deren Bekannten in dessen Haus im idyllischen Dänischenhagen bei Kiel hinterrücks mit Salven aus einer Maschinenpistole erschossen haben. Die 43-jährige Mutter von vier Kindern und der zehn Jahre ältere Kieler Kite-Surfer sollen sich erst kurze Zeit zuvor kennengelernt haben.

Wegen häuslicher Gewalt: Frau trennte sich

Außerdem soll der Zahnarzt in Kiel einen 52-jährigen Elektriker erschossen haben, der für seine Ehefrau eine Überwachungsanlage eingebaut haben soll. Die 43-Jährige hatte sich Ende 2020 nach wiederholten heftigen Gewaltausbrüchen und Misshandlungen von ihrem Mann getrennt und vor Gericht eine Gewaltschutzanordnung erwirkt.

Der mutmaßliche Schütze, ein passionierter Jäger und Waffenliebhaber, soll die Taten vor der Polizei eingeräumt haben und seither schweigen. Die Waffe, mit der der Elektriker erschossen worden sein soll, soll er der Polizei gegeben haben. Die andere Tatwaffe, eine Maschinenpistole vom Typ Uzi, soll zerlegt und im Wasser versenkt worden sein. Polizeitaucher fanden etliche Einzelteile. (dpa/se)

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