Christopher Street Day in Kiel
  • Nach der Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) wurde am Bootshafen ein Straßenfest gefeiert.
  • Foto: picture alliance/dpa/Markus Scholz

CSD in Kiel: Sie sind bunt, laut und guter Laune

Sie fordern und feiern eine queere, starke Gesellschaft – und sind dabei mächtig bunt, laut und guter Laune. In Kiel sind beim Christopher Street Day am Samstag mehrere Tausend Menschen gemeinsam durch die Stadt gezogen – deutlich mehr als erwartet. Auch eine Landesministerin war dabei.

So liefen laut Polizei etwa 4500 Personen am Mittag vom Rathausplatz zum Bootshafen – deutlich mehr als die 1500 Personen, mit denen Veranstalter und Polizei zunächst gerechnet hatten. Um ein weiteres Zeichen zu setzen, waren die meist bunt und auffällig gekleideten Demonstrierenden zudem nur zu Fuß und mit Fahrrädern unterwegs und hatten auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verzichtet.

Mehr als 4500 Menschen beim Christopher Street Day in Kiel

Schleswig-Holsteins Gleichstellungsministerin Aminata Touré (Grüne) freute sich darüber, dass jedes Jahr mehr und mehr am CSD teilnehmen. Es zeige, dass die Menschen des Landes gemeinsam dafür einstünden, „dass queere Menschen die Rechte und Anerkennung bekommen, die ihnen zustehen“, sagte Touré am Samstag zur CSD-Eröffnung laut Mitteilung. „Heute feiern wir queere Erfolge. Wir feiern queere Identitäten. Wir stellen queerpolitische Forderungen. Das, was hier und heute passiert, sollte eigentlich jeden Tag passieren.“

Christopher Street Day in Kiel
Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) beim diesjährigen Christopher Street Day (CSD).

Zugleich warnte die Ministerin davor, im Bemühen um die Stärkung der Rechte queerer Menschen nachzulassen: „Wir werden weiterhin daran arbeiten, dass immer mehr Menschen sagen können: Ich fühle mich hier in Schleswig-Holstein wohl. Denn hier kann ich sein, wer ich bin. Und hier kann ich lieben, wen ich lieben möchte.“

Das passe auch zum Motto des diesjährigen CSD in Kiel. Das lautet „Nur gemeinsam weiter – We’re all in this together.“ Die Polizei fuhr beim CSD in Kiel mit einem Regenbogen-Streifenwagen mit. Zudem wehten an einigen Fahnenmasten der Stadt in Kiel Regenbogen-Flaggen.

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Der CSD erinnert an die Rechte von Lesben, Schwulen und anderen sexuellen Minderheiten. Am 28. Juni 1969 hatten Polizisten in New York die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street gestürmt und damit einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen die Willkür ausgelöst. (mp/dpa)

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