Ein Polizeiwagen auf dem Weg zum Einsatzort.
  • Ein Polizeiwagen auf dem Weg zum Einsatzort. (Symbolbild)
  • Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb | Marcus Führer

Mädchen von mehreren Männern vergewaltigt: Hat die Mutter alles zugelassen?

Eine Mutter soll zugelassen haben, dass mindestens ein Mann ihre damals zwölfjährige Tochter sexuell missbraucht hat. Von diesem Montag an steht die Frau wegen Beihilfe zu schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes vor dem Landgericht Hannover.

Die Übergriffe sollen sich bereits 2017 ereignet haben. Der 49-Jährigen wird vorgeworfen, dass sie länger andauernde Besuche von erwachsenen Männern in der Wohnung und im Kinderzimmer geduldet habe, obwohl sie von den Übergriffen von zumindest einem Mann gewusst haben soll. Bisher machte die Mutter keine Angaben zu den Vorwürfen.

Sexueller Missbrauch: Ließ die Mutter alles zu?

Doch selbst bei einem Geständnis der Angeklagten sei unklar, ob sie noch mit einer Bewährungsstrafe davonkomme, erläuterte der Vorsitzende Richter zu Beginn der Verhandlung.

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Drei Männer hätten die Taten weitgehend gestanden und seien bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, sagte eine Gerichtssprecherin. Dabei ging es auch um Vergewaltigungen. Einer der Verurteilten, der im Gefängnis in Vechta sitzt, wurde am Montag als Zeuge gehört.

Schwestern missbraucht

Der 27-Jährige räumte die Taten erneut ein – auch an der Schwester der damals Zwölfjährigen. Der Zeuge sagte, er habe damals nicht gewusst, dass seine beiden Brüder auch Täter gewesen seien. Er habe aber den Verdacht gehabt, dass der Lebensgefährte der Angeklagten die Mädchen missbrauchte. Gerüchte gab es demnach auch bezüglich eines Cousins.


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Im angeklagten Tatzeitraum von Juni bis November 2017 lebte die Zwölfjährige laut Anklage bereits in einer Wohngruppe, besuchte ihre Mutter aber regelmäßig in deren Wohnung in Hannover. Die Angeklagte hat nach eigenen Angaben sechs Kinder, nur ein erwachsener Sohn wohne noch bei ihr. Die betroffenen Mädchen leben in einer Pflegefamilie. Ein Ziel sei, dass sie nicht noch einmal im Prozess aussagen müssten, sagte der Vorsitzende Richter. Es sind vier Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte demnach am 20. Dezember gesprochen werden. (dpa/mp/se)

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