Der Angeklagte (r.) wird zum Prozessauftakt von einem Mitarbeiter der Justiz in einen Saal des Landgerichts Hannover geführt.
Der Angeklagte (r.) wird zum Prozessauftakt von einem Mitarbeiter der Justiz in einen Saal des Landgerichts Hannover geführt.
  • Der Angeklagte (r.) wird zum Prozessauftakt von einem Mitarbeiter der Justiz in einen Saal des Landgerichts Hannover geführt.
  • Foto: picture alliance/dpa/Moritz Frankenberg

180 Messerstiche: 28-Jähriger gesteht Mord an Mutter und Stiefvater

Ein 28-Jähriger hat gestanden, seine Mutter und seinen Stiefvater getötet zu haben. In einer Einlassung vor dem Landgericht Hannover schilderte er am Mittwoch, wie er die beiden im Streit erstochen habe. Der Angeklagte bezeichnete sich in dem Prozess als „seelisch und psychisch krank“.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, seine beiden Opfer im Haus seiner Mutter in Neustadt am Rübenberge (Region Hannover) erstochen zu haben. Die Anklage gegen den 28-Jährigen lautet auf heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen. Er habe bei dem Streit im Mai 2022 zunächst den 59 Jahre alten Stiefvater und dann seine 53 Jahre alte Mutter mit insgesamt mehr als 180 Messerstichen erstochen.

Motiv: Finanzielle Notlage, Wut und Enttäuschung

Da er nicht mehr zur Arbeit ging, sei er in eine finanzielle Notlage geraten und habe ein Leben als Aussteiger in der Natur geplant, teilte der Angeklagte mit. Am Tattag habe er eine Wasserquelle im Wald gesucht und später seine Mutter besucht. Da diese nicht zu Hause gewesen sei, sei er durch das Badezimmerfenster eingebrochen. Als die Mutter und ihr Mann nach Hause kamen, sei es zu dem Streit gekommen. Der 28-Jährige fühlte sich nach eigenen Angaben vernachlässigt. In seiner Einlassung schilderte er detailliert, wie er etliche Male auf seinen Stiefvater und seine Mutter eingestochen habe.

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Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich in dem Sohn „Wut und Enttäuschung über unerfüllte Besitzansprüche“ angestaut hätten, weil sich seine Mutter auf die Seite des neuen Ehemannes geschlagen habe.

Der 28-Jährige teilte mit, er sei schon seit seiner Kindheit gemobbt und gesellschaftlich ausgeschlossen worden. Er habe daher zu großen Teilen in der virtuellen Welt gelebt, Videospiele gespielt und sich im Internet über politische und gesellschaftliche Themen informiert. Er sei der festen Überzeugung gewesen, dass die Weltwirtschaft kurz vor dem Zusammenbruch stehe. Besonders die Corona-Maßnahmen empfand er als „kriminell“. Auch deshalb habe er ein Leben als Aussteiger geplant.

Das Gericht hat noch Verhandlungstermine bis zum 23. Februar angesetzt. (dpa/mp)

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