Blumengeschäfte und Gartencenter im Norden öffnen zum 1. März (Symbolfoto).
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Hamburg ist genervt: Gartencenter, Zoos: So unterschiedlich lockert der Norden

Mit Blumen Freude schenken, heißt es doch so schön. In Corona-Zeiten kann die Öffnung der Blumenläden schon mal zu einen Primel-Zwist unter benachbarten Bundesländern führen, wie man aktuell im Norden bei der Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse zum Lockdown sehen kann.

Während sich die Niedersachsen schon zum Valentinstag von Floristen gebundene Blumen schenken können und Schleswig-Holsteins Zoos, Blumengeschäfte und Gartencenter zum 1. März öffnen, ist man in Hamburg genervt. Um Lockerungen zu verkünden, sei jetzt nicht die Zeit, sagt Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und verweist auf die unsichere Corona-Lage und Risiken durch Virusmutanten.

Niedersachen und Schleswig-Holstein lockern: Hamburg ist genervt

In der Hansestadt bleiben die Blumenläden erst einmal dicht, auch die Zoos und die Gartencenter – zumindest bis zum 7. März. Die Entscheidungen der Regierungen in Kiel und Hannover machen es dem Senat aber nicht einfacher, den Bürgern die Verlängerung des harten Lockdowns zu verkaufen.

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Tschentscher wird deshalb am Donnerstag nach einer Sitzung seines rot-grünen Senats auch nicht müde, die Notwendigkeit einer einheitlichen und konsequenten Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse vom Vortag zu betonen, um „Brüche“ an den Landesgrenzen zu vermeiden.

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Die Lockerungen in den norddeutschen Bundesländern fallen sehr unterschiedlich aus. Vor allem Hamburg zeigt sich genervt von den Nachbarn. 

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Die Lockerungen im Norden und Süden kommentiert er nicht. Seine Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank wird da deutlicher: Sie sei „einigermaßen erstaunt über das Agieren einiger Landesregierungen in unserer Nachbarschaft“, sagt die Grünen-Politikerin und warnt vor einer „Art Lockerungskakophonie.“

Valentinstag im Norden: Nur nicht in Hamburg

Ganz unvorbereitet kamen die Lockerungen für die Hamburger aber nicht. Die Regelungsunterschiede seien am Donnerstagmorgen zwischen den Chefs der Staatskanzleien aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein erörtert worden, sagt Dirk Schrödter, Chef der Kieler Staatskanzlei. „Hamburg kannte die Entscheidung aus Schleswig-Holstein.“

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Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte bereits am Mittwochabend angekündigt, die Blumenläden noch rechtzeitig vor dem für die Branche wichtigen Valentinstag am 14. Februar wieder zu öffnen. „Auch viele Bundesländer um uns herum haben bereits den Blumenverkauf zugelassen und gerade in Grenzbereichen ist es schwer vermittelbar, wenn die anderen aufhaben, aber wir in Niedersachsen nicht“, sagt er am Donnerstag. In Mecklenburg-Vorpommern etwa wurden die Blumenläden im zweiten Lockdown gar nicht geschlossen. Und Weil schiebt nach: „Natürlich hoffen wir auch, dass das ein kleiner Stimmungs-Aufheller ist.“

Hamburg: Auch Kitas und Grundschulen bleiben vorerst geschlossen

Im Hamburger Rathaus dürften sich seine Hoffnungen kaum erfüllen. Schon die Zustimmung zur bundesweiten Öffnung der Friseure am 1. März sei Tschentscher nicht leichtgefallen, heißt es im Rathaus. Und das nicht nur, weil der Bürgermeister mangels üppiger Haarpracht selbst nicht von dem Problem geschlossener Friseursalons betroffen ist.

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Es sei Eltern kaum vermittelbar, „nun auch noch die Primeln den Kindern vorzuziehen“, hört man auf den Senatsfluren. Denn während in Schleswig-Holstein die Grundschulen und Kitas schon eine Woche vor Öffnung der Blumenläden wieder in den Regelbetrieb gehen, ändert sich auch in diesem Bereich in Hamburg erst einmal nichts.

Das liegt jedoch weniger an dem Willen, den Kindern eine gewisse Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen, als vielmehr an den Frühjahrsferien, die in Hamburg bereits am 1. März beginnen. Eine Öffnung für nur wenige Tage macht da einfach kein Sinn. (alu/dpa)

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