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Gutschein angenommen: „Aufmüpfiger“ Abiturient wird Praktikant bei Jan Böhmermann

Prerow –

Das Angebot war zu verlockend: Der Abiturient Fiete Korn, der mit einer kritischen Rede gegen seinen Schulleiter Bekanntheit erlangte, wird Praktikant bei Jan Böhmermann. Der Fall schlägt auch weiter hohe Wellen: Der Schulträger der Lehranstalt hat den kritisierten Direktor entlassen, sich aber gleichzeitig vehement von Korns Anschuldigungen distanziert.

Wenn eine Abirede sowohl zu einer Anzeige wegen übler Nachrede als auch zu einem Praktikumsangebot vom wohl bekanntesten Star-Satiriker Deutschlands führt, dann muss das schon eine ziemlich besondere Rede sein. Der Prerower Schüler Fiete Korn hat in diesem Jahr genau das erreicht: Fast sechs Wochen ist sein Abitur nun her und noch immer haben sich die Wogen um seine Ansprache beim Abiball nicht geglättet.

Nach Strafanzeige: Fiete Korn macht Praktikum bei Jan Böhmermann

Diese hatte sich konkret gegen den Schulleiter gerichtet, dem der Abiturient vorwarf, grundlos Schulverweise zu verteilen, Schüler einzuschüchtern und aufzufordern, sich gegenseitig zu überwachen, und so ein Klima der Angst zu erzeugen.

Der Direktor, der sich bisher immer noch nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert hat, zeigte Korn daraufhin wegen übler Nachrede an. Doch es gab noch weitere Reaktionen: Neben großem medialen Aufsehen erhielt Fiete Korn auch ein Praktikumsangebot von Jan Böhmermann. „Gutschein für Herrn Fiete Korn für ein ausgedehntes Redaktionspraktikum in einer ZDF-Hauptprogramm-Satiresendung von/mit Dr. Jan «Gerald» Böhmermann“, schrieb dieser auf Twitter zu einem Artikel über den Abiturienten.

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Dieses Angebot wolle Korn nun „auf jeden Fall“ annehmen, wie er der dpa am Montag mitteilte. Im Winter werde es losgehen. Ursprünglich sahen seine Karriere-Pläne für die Zeit nach der Schule ganz anders aus – er hatte eine Ausbildung zum Tischler oder Kfz-Mechatroniker beginnen und anschließend studieren wollen. „Jetzt geht mein Interesse natürlich erstmal in Richtung Böhmermann und Medien“, erklärte der 18-jährige der dpa.

Prerow: Direktor verlässt Schule nach Abirede

Und auch aufseiten der Schule gibt es nun wohl Neuigkeiten: Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, wird der Direktor die Schule verlassen. Im September oder Oktober werde man einen „neuen, jungen und stabilen Nachfolger präsentieren“, so der Geschäftsführer des Schulträgers Semper Bildungsakademie Dresden, Rüdiger Lorch.

Fiete Korn

Der Schulträger der Prerower Schule wies die Vorwürfe des 18-jährigen gegenüber der dpa zurück

Foto:

dpa

Laut Prerows Bürgermeister Rene Roloff war Korn nicht der erste Schüler, der diese Meinung geäußert hat. „Wir haben von Schülern, Eltern und Lehrern gleichlautende Berichte über die inneren Zustände an der Schule gehört“, so der Politiker und: „Man bekommt doch ernste Bedenken, wenn das von vielen Seiten bestätigt wird.“

Schulträger: Fiete Korns Vorwürfe sind „unberechtigt beziehungsweise aufgebauscht“

Aus diesem Grund verstehe er auch nicht, wieso der Träger nicht sofort eingeschritten ist. So gab es bereits eine Elterninitiative, die die Vorgänge aufgegriffen habe. „Am Ende hat die aufgegeben. Die Schüler wurden an andere Schulen geschickt.“

Auch der Schulträger äußerte sich zu den Vorwürfen von Korn. „(Diese) (…) sind unberechtigt beziehungsweise aufgebauscht“, teilte das Unternehmen mit und kritisierte: „Die von ihm gewählte Art und Weise der öffentlichen Abrechnung ist unfair.“

Abiturient aus dem Norden erhält Praktikum bei Jan Böhmermann

Dass für den Schulleiter ein Nachfolger gesucht werde, sei außerdem Altersgründen geschuldet und „unabhängig von den Vorwürfen des Schülers.“

Dieser kann sich durchaus vorstellen, „dass mit einem neuen Rektor alles besser aussehen wird.“ Ihm sei wichtig zu betonen, dass er nicht die Schule kritisiere, sondern nur die Art und Weise, wie der Direktor die Schule geführt hat. Konzept, Lehrer und Lehrer-Schüler-Schlüssel seien gut.

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