• Volker Bartl (parteilos), Bürgermeister, steht vor dem teilweise freigelegten „Großen Stein“. 
  • Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/

Dicker Brocken! : Spektakuläre Hebung von Riesen-Findling im Norden

Altentreptow –

Vor den Augen zahlreicher Schaulustiger hat in Altentreptow bei Neubrandenburg die spektakuläre Hebung eines riesigen Findlings begonnen. Der „Große Stein“ von Altentreptow gilt als zweitgrößter Findling in Deutschland nördlich von Sachsen. Der geschätzt 400 Tonnen schwere Koloss wurde nun mit Hilfe einer Berliner Firma angehoben. Ihm fällt eine wichtige Aufgabe zu.

Nach gut einer Stunde Arbeit mit vier hydraulischen Hochleistungspressen bewegte sich das rund 400 Tonnen schwere Naturdenkmal am Donnerstag kurz vor Mittag leicht nach oben. „Er schwebt“, rief Bürgermeister Volker Bartl (parteilos) sichtlich erleichtert. Er hatte vor drei Jahren das Projekt um den Riesenkoloss angeschoben, der künftig Besucher anlocken soll.

Spektakuläre Hebung von Riesen-Findling im Norden

Das Naturdenkmal soll um fast drei Meter angehoben werden, weil der etwa acht Meter lange Koloss mit den Maßen eines Einfamilienhauses bisher nur etwa zur Hälfte seiner Höhe aus dem Boden ragte. Altentreptow verspricht sich dadurch einen Besuchermagneten im sanierten Park am Klosterberg, denn es ist nach Schätzung von Experten Deutschlands zweitgrößter Findling im Gebiet der nördlichen Eiszeiten. Die endgültige Höhe soll am Freitagnachmittag erreicht sein.

Altentreptow hat zweitgrößten Findling Deutschlands

„So etwas macht man auch nur einmal im Leben“, erläuterte Helmut Glomb von der Berliner Hydraulikfirma A&K Anschlagmittel und Hebezeuge. Der 58-Jährige drückt die entscheidenden Hebel für alle vier Hydraulikpressen, die die Sonderkonstruktion mit Stein millimeterweise nach oben drücken. Spezialisten wie er haben schon viele Brücken gehoben, aber auch an der Glasfassade am Paul-Löbe-Haus in Berlin gearbeitet, wie er sagte.

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Der rund 400 Tonnen schwere „Große Stein“ wird mittels Hydraulikpressen und Gurten angehoben. Die Hebung des Findlings erfolgt auf Betreiben der Stadtvertretung, da der Riesenfindling mit den Abmaßen eines Einfamilienhauses bisher nur etwa zur Hälfte seiner Höhe aus dem Boden ragt. 

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Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/

Wenn er ganz angehoben ist, soll der Findling vermessen werden, erläuterte Karsten schütze vom Geologischen Landesamt MV. Bis zum frühen Donnerstagnachmittag gelang es, den „Großen Stein“ gut einen Meter anzuheben.

Findlings ist mindestens zwei Milliarden Jahre alt

Wie kompliziert das Ganze ist, zeigte sich an der Seite. Auf einem Fundament wurden alten Beton-Straßenplatten aufgeschichtet. Auf ihnen liegen zwei schwere Stahlträger, an denen der Koloss in zwei Spezialseilen hängt. Diese Betonplatten haben sich durch den Druck stark durchgebogen. „Aber das hat sich nun gesetzt“, sagt Glomb.

Die meisten Besucher ließen sich von der Freude des Bürgermeisters anstecken. Dieser hatte beim ersten Schweben mit Bauleiter Roland Thoma mit Sekt angestoßen. Die Gläser wurden dann gegen den Granitriesen geworfen.

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„Der Stein ist etwa zwei Milliarden Jahre alt und kam mit der Weichsel-Eiszeit vor etwa 25.000 Jahren aus Schweden hierher“, sagte Schütze. Damals sei der Riesen-Findling seinerseits nur ein kleiner Stein im Vergleich zu den Eispanzern gewesen, die in Skandinavien Höhen von bis zu 3000 Metern hatten. Als sich das Eis zurückzog, blieb der „Große Stein“ in Altentreptow. Auf Platz 1 stehe bisher der „Kleine Markgrafenstein“ südlich von Berlin, dessen Gewicht auf etwa 470 Tonnen geschätzt wird. (mp/dpa)

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