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Der wohl älteste Sportlehrer Deutschlands, Manfred Lüssenhop, zeigt im Sportunterricht eine Übung mit dem Basketball.
  • Manfred Lüssenhop, der wohl älteste Sportlehrer Deutschlands, zeigt im Sportunterricht eine Übung mit dem Basketball.
  • Foto: picture alliance/dpa/Philipp Schulze

Deutschlands ältester Sportlehrer arbeitet im Norden – und will weitermachen

Noch mit 80 freut sich Manfred Lüssenhop auf die langen Sommerferien. Der wohl älteste Sportlehrer Deutschlands will noch ein Schuljahr dranhängen – auch wenn sich vieles verändert hat.

Elegant wirft Manfred Lüssenhop den Basketball auf den Korb in der renovierten Turnhalle, erklärt geduldig die Armführung und das Abklappen des Handgelenks. Technisch ist der 80 Jahre alte Sportlehrer in allen Ballspielen versiert, Tennis und Tischtennis spielte der Walsroder selbst in höheren Ligen. Braungebrannt, mit bunter Brille und im schwarzen Trainingsanzug erkennt ihn jede und jeder in der Lieth-Oberschule in Bad Fallingbostel. „Er ist ein toller Kollege, die Schüler lieben ihn“, sagt Schulleiter Andreas Dzionsko, „er hat ein pädagogisches Händchen“. 

Selbst der Schulleiter hat schon beim Sportlehrer gelernt

Dzionsko muss es wissen, lernte er doch als Zehnjähriger bei Lüssenhop die Grundlagen des Tischtennisspielens im Verein. „Er ist ein echtes Urgestein. Dass er Spaß daran hat, sieht man ja“, meint er lachend. Der stets gut gelaunte Eddi, wie ihn das Kollegium nennt, freut sich auch im hohen Alter noch auf die Sommerferien. „Man muss sich von den Schülern erholen, Schule hat sich verändert“, sagt der Senior. Zwar war er 2009 nach seinem 65. Geburtstag offiziell pensioniert worden, ließ sich aber sofort überreden, auf Honorarbasis 14 Stunden die Woche dabei zu bleiben. 

50 Jahre unterrichtet Lüssenhop am gleichen Ort – inzwischen vorrangig die fünften und sechsten Klassen. „Ich mache das gern, ich komme vom Sport. Der liebe Gott hat es gut mit mir gemeint, ich habe ja nichts mit dem Rücken oder so. Ich bin fit“, betont der Vater zweier erwachsener Kinder – nach eigenen Angaben der älteste Sportlehrer im öffentlichen Schulsystem in Deutschland.

Fachkräftemangel an Schulen – woran liegt es?

Aber eigentlich sei es ein Armutszeugnis, dass ein Senior die Aufgaben der dringend gesuchten Fachkräfte im Bildungssystem übernehmen muss. „Es gibt einfach zu wenig Anreize für Lehrer, die Motivation für ein Studium ist bei den schwierigen Bedingungen in den Schulen gering“, erklärt Schulleiter Dzionska. Der Unterricht habe sich verändert, erzählt auch Lüssenhop: „Es gibt ganz tolle Schüler, aber manche haben teilweise keinen Bock.“ 

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Oft werde Sportzeug vergessen, das Interesse richte sich nur noch auf den privaten Bereich. Das Handy und darauf Tiktok seien wichtiger als das gemeinsame Lernen. „Manche Kollegen brauchen eine Viertelstunde, um die Kinder ruhig zu kriegen“, berichtet er. Gravierend seien die Zunahme der Nichtschwimmer, von 22 Kindern könnten sich meist 8 nicht über Wasser halten, berichtet er: „Manche waren noch nie in einem Schwimmbad.“ (dpa/mp)

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